Nordost-USA (16.05.2009 - 30.05.2009)

Samstag, 16.05.09 Anreisetag Düsseldorf bis Milford/CT 67 Meilen, 0 Leuchtfeuer Wir fahren nach Amerika! Bedenken und Vorfreude wechselten sich ab. Verstehe ich die Fragen bei der Einreise? Halte ich die 11 Stunden ohne Kippen aus? Wird mein Ischias den langen Flug überstehen? Sind die Amis wirklich so bekloppt? Ist Maine wirklich so schön? Um 13:50, mit 20 Minuten Verspätung flogen wir mit Air Berlin von Düsseldorf nach New York. Dank einem lieben Kollegen hatten wir eine 4er-Sitzreihe für uns. Das machte die lange Strecke erträglicher. Zwei Spielfilme und 2x Essen ließen die Zeit gut vergehen. Nach drei Ehrenrunden über Long Island bekamen wir um nach 16:00 Ortszeit die Landeerlaubnis. Mr. Chang, der Immigration-Officer war sehr, sehr freundlich. Er beglückte uns mit seinen Deutschkenntnissen und stellte keine blöden Fragen. Auch der Zoll zeigte keinerlei Interesse an uns. In Rekordzeit standen wir trotz Shuttle-Bahn am Mietwagenschalter. Wir bekamen einen Chrysler PT Cruiser, eine hässliche Karre, aber mit genügend Platz für unsere Sachen. Auf dem Highway vom Flughafen Richtung Küste hatten wir prompt Stau. Da konnte man erste Eindrücke sammeln: Holzhäuser, Stretch-Limos, Ziegelhäuserblocks mit den berühmten Feuerleitern, Baseballplätze. Durch den Dunst konnte man in der Ferne die Skyline von Manhattan sehen. Unterwegs hielten wir bei McDonald's und aßen zu Abend. Für uns war ja schon Mitternacht. Um 19:00 Ortszeit waren wir am vorgebuchten Red-Roof-Hotel in Milford (77 USD). Red Roof ist eine Hotelkette, ähnlich dem Campanile. Man geht über einen Laubengang ins Zimmer. Wir versuchten noch wach zu bleiben, um in den richtigen Rhythmus zu kommen.

Sonntag, 17.05.09 Von Milford/CT bis Middletown/CT 139 Meilen, 48 Leuchtfeuer Um 4:00 war ich wach weil ich bereits ausgeschlafen war. Ich ging auf den Laubengang und sah, dass es regnete. Toller amerikanischer Empfang! Um 6:00 standen wir dann auf und sortierten die Koffer fürs Leuchtfeuern. Alles muss ja seinen festen Platz haben, sonst findet man nix wieder. Als wir um 7:00 starteten hatte sich der Regen verzogen. Dank des aufkommenden Windes war es auch nicht mehr so diesig. Die hohe Luftfeuchtigkeit hielt sich aber. Im Hotel bekamen wir einen Gratis-Kaffee und starteten zum ersten Leuchtfeuer in Milford. Auf dem Weg zur Waterfront kamen wir durch nette Straßen mit gepflegten Vorgarten und Holzhäusern mit Terrassen. So hatte ich mir eigentlich die Südstaaten vorgestellt. Weiter ging es über Westhaven nach Newhaven. Die Orte durch die wir kamen sahen ähnlich aus wie Stars Hollow aus der Serie Gilmore Girls. In Newhaven ist die Universität Yale. Am Lighthouse Point in Newhaven war eine Charity-Veranstaltung. Die wollten 10 USD fürs Parken haben. Wir drehten, parkten ein Stück entfernt am Straßenrand und Alex radelte zum Leuchtturm. In Branford machten wir im Supermarkt unseren ersten Großeinkauf inklusive Handys. Die kosten hier nur 10 Dollar das Stück. Ich hatte gedacht, dass es in amerikanischen Supermärkten nur riesige Portionen gibt. Das war gar nicht so. Schlimmer war, dass an vier verschiedenen Stellen Brot stand, oder Wurst. Man irrt durch den Laden und hat es schwer, günstiges zu kaufen. Über Pine Orchard ging es weiter die Küste entlang nach Sachem Head. Langsam tauchten die ersten Schären auf. Auf kleinen vorgelagerten Inselchen standen wunderschöne Villen. Überhaupt stehen hier tolle Häuser rum, teils aus Holz, teils tolle Steinvillen. Je weiter man in Connecticut nördlich fährt, desto häufiger haben die Häuser keine Terrassen mehr, sondern imposante Steinsäulen am Eingang. Allerdings ist die Küste so stark bebaut, dass es für Leuchtfeuerer schwierig ist an die Feuer heran zu kommen. Durch nette kleine Orte wie Clinton und Westbrook fuhren wir nach Saybrook. Hier ist die Mündung des Connecticut-River. Der Fluss musste auch abgefeuert werden. Wir fuhren an der Westseite entlang Richtung Norden. Hier gibt es viel Wald. Der Fluss ist nicht so stark bebaut wie die Küste. Um 18:00 waren wir kurz vor Middletown. Hier wollten wir die Zimmersuche starten. Da eine Straße an der Aircraft Company gesperrt war, kamen wir erst um 19:00 in Middletown an. Alex brachte eine Zecke mit ins Auto. Ab jetzt war Hose in die Socken stopfen angesagt. Wir befragten das Navi nach Übernachtungsmöglichkeiten. Der erste Vorschlag von Navi "Else" war ein Volltreffer. Ein hübsches Motel mit Parkplatz vor dem Zimmer. Name Wesley Inn. Die Ausstattung war OK, mit Bad, TV und Kühlschrank für 77 Dollar. Wir fuhren direkt zum Essen zur Pizzeria Alpha (690 Washington Street), die auf der gleichen Straße war. Die Medium-Pizza war riesengroß, das Bier dünn aber lecker. Es gab illustere Gäste. Ein Kleinkind, alleine und angeschnallt in einem Kindersitz und eine ältere Dame, die eine 1 1/2 l Karaffe Bier vor sich hatte. Zum Glück beschäftigte sich die Dame mit dem Baby. Die Kindsmutter war im Lokal angestellt aber beschäftigt mit SMSen und telefonieren. Gegenüber der Pizzeria war ein Aldi. Es waren kaum Kunden im Laden. Die Amis müssen sich wohl an Aldi erst gewöhnen. Zurück im Motel war arbeiten angesagt. Die 48 Leuchtfeuer mussten noch in den Laptop eingegeben werden.

Montag, 18.05.09 Von Middletown/CT bis Niantic/CT 128 Meilen, 41 Leuchtfeuer Nach einer ruhigen Nacht starteten wir um 7:15. Erster Halt war eine Tankstelle, wo wir den Kaffee-Gutschein vom Motel einlösten. Das erste Feuer war natürlich am Fluss, wieder mit vielen Bäumen davor und mit Wanderei verbunden. Wetter: 8-9° und bedeckt. Im Fernsehen redete man von einer nahenden Kaltfront. Wir hatten endlich einen guten Radiosender gefunden der Oldies aus den 70ern spielte. Die bisherigen Sender spielten alle halbe Stunde "Pokerface" von Lady Gaga. So kann man einem ein Lied auch vergraulen! Um 10:00 kam die Sonne raus. Alex fuhr jedes öffentliche Telefon an um unsere Handys frei schalten zu lassen. Das erste Telefon war zerstört, das Zweite war kaputt, das Dritte hatte keinen Ton und das Vierte nahm das Geld, bedankte sich, ließ aber nicht telefonieren. Aber, wir bleiben ran! Der Connecticut-River floss endlich mal durch unbebautes Gebiet. Hier hätte man mal ungestört pinkeln können, aber wir mussten nicht. Es gab komische Mücken hier. Ich stand 50 cm vom Auto entfernt. Die Mücken umschwirrten nicht mich sondern interessierten sich nur für die Autoreifen. Am Früchte-Großmarkt in Hartford lieh sich Alex in einer Kaffeebude ein Telefon um das Handy zu aktivieren. Das klappte wenigstens. Wir versuchten die Feuer in Hartford zu bekommen, aber wir kamen nicht ran. Zwei Stunden Suche für nix. Um 13:00 waren wir wieder an der Ostseite des Rivers. Hier das gleiche Problem wie auf der Westseite: Total zugebaut mit teuren Villen. Grundstück an Gründstück. Irgendwann fand Alex einen offiziellen Wanderweg, der zwischen zwei Häusern entlang führte und bekam vier Feuer. Weiter südlich in Portland ging die Straße direkt am Fluss entlang. Hier gab es in Flussnähe eine Art Baggerloch, deren Seiten aus roten Felsen bestanden. Heute ist das eine Art Spaßbad für Arme, mit primitiven Wasserflössen und Rutsche. Um 15:30 waren wir wieder auf der Höhe der Stadt Middletown, wo wir vor 8 Stunden gestartet waren. Und wir suchten KAFFEE!! Burger King werden wir meiden, denn die haben keinen Cafe Latte. Subway hat überhaupt keinen Kaffee und da kein McDonald's in der Nähe war, probierten wir Dunkin' Donuts. Herrlicher Cafe Latte, besser als bei McDoof. Außerdem fanden wir einen Liqueur Store. Hier kauften wir Bier in der braunen Tüte. Diese verstauten wir illegalerweise im Kühlschrank auf dem Rücksitz. Per Gesetz muss Alkohol in den Kofferraum. Die spinnen, die Amis... Als wir uns wieder der Küste näherten schien die Sonne. Das letzte Stück des Flusses war wenig bebaut und stark bewaldet. Alex schleppte laufend Zecken ins Auto. Komischerweise krabbelten die nur auf der Kleidung und dem Armaturenbrett rum. Den ganzen Urlaub wurden wir nicht gebissen. Auf dem Weg zum ersten Feuer am Meer fanden wir ein Motel in Niantic, Motor Inn. Es war eher ein Appartement, mit Küchenzeile, Bad TV und Hintertür zum Garten. Kostete 78 USD. Zum Essen gingen wir nach nebenan in die Lyme Sports Bar (229 West Main St). Hier aßen wir sehr gut und preiswert (25 USD).

Dienstag, 19.05.09 Von Niantic/CT bis Point Judith/RI 166 Meilen, 57 LF Nach einer ruhigen Nacht erwachte ich um 6:00 bei strahlend blauem Himmel. Allerdings war es kalt (48° F). Da wir ja einen Herd hatten, konnte ich endlich morgens ein Käffchen machen. Um 7:45 waren wir am ersten Feuer in Niantic. Danach ging es weiter nach New London. Hier feuerten wir die Einfahrt der Themse. Dann ging es auf der Westseite des Flusses landeinwärts. Am Fluss gab es viele militärische Einrichtungen. Zum Glück war die Themse nicht so breit, man konnte rüber fotografieren. Kurz vor Norwich kamen wir zum unserem ersten Indianerreservat Mohegan. Kein Unterschied zum Land drum herum. Keine Totems, keine Tipis, kein Winnetou, keine Spielkasinos. Weiter nach Norwich. Dort fuhren wir über die Brücke um Feuer zu bekommen, aber von der Seite konnte man sie doch nicht kriegen. Über die nächste Brücke wieder rüber. Dort war wieder ein Reservat und... Bingo! Parkhaus und riesiger Gebäudekomplex mit Casino. Die Indianer dürfen ja auf ihrem Grund Glückspiele veranstalten. Vom Parkhaus aus konnten wir wunderbar die fehlenden Leuchtfeuer fotografieren. Es wurde so warm, dass ich mir Schlappen und kürzere Hose anzog. Um 15:00 näherten wir uns wieder der Küste. Die Themse war abgefeuert. Die komplette Küstenlinie, die nicht gerade ist sondern zerklüftet, ist zugebaut oder total bewaldet. Die Feuer kann man nur von Hauseinfahrten mit dem richtigen Winkel bekommen. Über Mystic ging es weiter die Küste entlang nach Stonington. Hier gibt es ein Lighthouse Museum. Aber das brauchen wir nicht, wir arbeiten ja quasi an einem Eigenen. Vom Parkplatz am Kap hatte man endlich mal freie Sicht auf den Atlantik. In Westerly war die "Grenze" zu Rhode Island. Wir fuhren ans südliche Ende nach Watch Hill Point. Hier stand an der Einfahrt zum Leuchtturm ein Schild: "Zufahrt mit dem Auto nur wenn Fahrer über 60 Jahre alt". Da Alex keine 25 Jahre warten wollte nahm er das Fahrrad. Else rechnete aus, dass wir zum nächsten Ziel in Point Judith 56 Minuten brauchen würden (41 km). Komisch, wir waren in 35 Minuten da ;-) In Galilee an der nächsten Südspitze hielten wir schon mal nach Zimmern Ausschau, aber wir fanden nur 1000 Restaurants. Wir fuhren nördlich nach Wakefield, aber hier gab es nur ein teures Holiday Inn. Weiter nach Kingston. Das Motel dort war nach unserem Geschmack, mit TV, Kühlschrank und Kaffeemaschine (70 USD). Außerdem konnte Alex Internet schnorren. Da haben wir direkt Mails nach Hause geschrieben. Zur Nahrungsaufnahme fuhren wir die Bundesstraße 1 hoch und runter und entschieden uns für Pizza (Kingston Pizza, 7415 Post Rd).

Mittwoch, 20.05.09 Von Warwick/RI nach Fall River/MA 177 Meilen 35 LF Mit Sonnenschein machten wir uns um 7:45 auf nach Warwick. Die Küste hier ist sehr fjordig mit vielen Inseln, d.h. runter an die Spitze, hoch und wieder runter an die nächste Spitze und dabei kein Feuer vergessen. Von Wickford weiter nach Plum Beach. Hier ist die imposante Brücke rüber nach Jamestown auf der Insel Conanicut Island. Die Insel wurde abgefeuert und über die Pell Bridge rüber nach Rhode Island. Newport auf Rhode Island ist ein Küsten-Touri-Ort mit - für amerikanische Verhältnisse - engen Straßen. Da war uns die Weite am Fort Adams richtig angenehm. Der Leuchtturm an der Südspitze der Insel liegt sehr versteckt. Man kann nur das obere Stückchen sehen. Nun ging es wieder nordwärts. Hinter Newport ist ein großer Navy-Komplex. Hier liegen zwei Flugzeugträger. Im Norden von Rhode Island gibt es mehr "Landschaft". Entspannend. Von Rhode Island ging es weiter auf die Halbinsel Bristol über eine abenteuerliche alte Brücke. Der Leuchtturm von Narragansett Rock liegt im Wasser, direkt vor einer Kläranlage. Der Chef der Anlage sah, dass wir durch den Zaum versuchten ein Foto zu schießen und nahm uns mit rein, damit wir ein schöneres Foto bekamen. In Amerika gibt es übrigens nicht nur Drive Thru bei Burgerketten oder Kaffeebuden sondern auch bei Apotheken und beim Telefonieren. Faule Amis! Über die 95 fuhren wir von Providence nach Fall River, Massachusetts. Dort waren an einem Kohlekraftwerk Ober- und Unterfeuer. Illegalerweise haben wir beide bekommen ;-) Fall River ist wenig attraktiv. Aber wir hatten bei der Hinfahrt ein Motel gesehen wo wir übernachten wollten, denn die nächsten Feuer waren weit im Süden. Obwohl wir erst 35 Feuer hatten blieben wir in Fall River über Nacht. Das Zimmer im Super 8 Motel war mit TV, Kühlschrank und Kaffeemaschine ausgestattet. Zu Fuß gingen wir zum Chinesen. Dort gab es Buffet. War lecker.

Donnerstag, 21.05.09 Von Sakonnet/RI bis Hyannis/MA 186 Meilen, 46 LF Ich hatte verpennt! Kein Wunder, gestern Abend haben wir nach dem Leuchtfeuer eingeben noch lange gelesen bzw. im Internet gesurft. Schnell einen Kaffee angeschmissen und um 8:15 losgefahren. Erstes Ziel war das Feuer in Sakonnet, 35 km entfernt. Zum Glück haben wir auf dem Weg einen Dunkin gefunden und unseren Lieblingskaffee gekauft. Obwohl auf dem Weg nach Sakonnet keine Siedlung mehr ist, sind die Straßenränder komplett bebaut. Über die Landstraße ging es weiter zum 17 km entfernten Ort Westport. Heute ist wieder Fjord rein, Fjord raus angesagt. Bei Round Hill Point ist das ganze Kap abgesperrt. Residence only. Aber wir haben das Feuer oben von der Straße bekommen. Weiter nach New Bedford. Hier gibt es das Trumball Fort, das ein Museum beheimatet. Wir sahen den ersten langen Strand, an dem bei dem schönen Wetter auch einige Leute waren. Nun ging's zum Leuchtturm Ned Point. Auf der Halbinsel unterhalb von Marion fanden wir an der Hauptstraße im Wald einen alten Friedhof. Einige Steine waren von 1762. Das ist hier ja uralt. Weiter ging es Richtung Cape Cod. Die Feuer in der Einfahrt zum Cape Cod-Kanal waren wegen Bebauung wieder schwer zu bekommen. Wir feuerten an der Westseite von Cape Cod über Falmouth nach Woods Hole. Hier fahren die Fähren nach Martha's Vineyard ab. Da wir keine Lust auf noch mehr Reiche und Schöne hatten verzichteten wir auf die 8 Feuer auf Martha's. Wenn einer mal rüber fährt.... Wir brauchen noch ein paar Leuchtfeuer. Über Osterville ging es weiter nach Hyannis. Hier lebte der Kennedy Clan. Wir dachten, der Ort sei zu teuer für uns, aber wir fanden im Reiseführer ein erschwingliches Motel (83 USD). Es war das Hyannis Inn Motel an der Mainstreet (Tel: 508.775.0255), unweit des Kennedy-Museum. Die Ausstattung war OK. Es gab sogar ein Hallenbad, aber ohne Badeanzug lassen die einen ja nicht da rein. Wir bummelten über die Mainstreet, fanden das Museum, viele Giftshops mit Leuchttürmen und ein englisches Pub (The British Beer Company 412 Main Street). Hier aßen wir zu Abend.

Freitag, 22.05.09 Von Hyannis/MA bis Sandwich Cape Cod/MA 184 Meilen, 34 LF Wir wurden wieder von der Sonne geweckt. Heute soll es richtig heiß werden. Um 7:45 waren wir unterwegs. Erstes Ziel war der Flughafen von Barnstaple, der aber in Hyannis liegt. Diesmal war die Funzel auf dem Tower. Zum Glück fanden wir auf dem Weg einen Dunkin und tankten Kaffee. Die erste Pleite des Tages: Great Island ist für Normal-Sterbliche gesperrt. Nur die Schönen und Reichen kommen rein. Dabei stehen drei Leuchtfeuer vor der Insel! Wir fuhren weiter nach Yarmouth und Bass River. Der Sea Gull Beach bei Yarmouth ist erstaunlicherweise leer. Na gut, es ist Freitag und 8:30, aber blauer Himmel und schön warm. Die Bostoner fallen wohl erst nachmittags in Cape Cod ein. Und es ist dieses Wochenende Memorial Day. Das heißt, der Montag ist frei und dadurch langes Wochenende. Über Dennis und Harwich ging es weiter nach Chatham um unter anderem wieder eine Funzel auf dem Airporttower zu knipsen. Diesmal war das Feuer aber auf einem Hangar. Chatham ist ein gemütliches Städtchen. Wir holten uns einen Kaffee und bummelten ein wenig. Vom Leuchtturm von Chatham hat man eine tolle Aussicht auf den Strand. Deshalb steht am Parkplatz auch das Schild: Look out area. 26 km weiter nördlich, im schmalen Teil von Cape Cod liegt das Naturschutzgebiet Nauset Beach inklusive Leuchtturm. Nächstes Ziel war wieder ein Leuchtturm, nämlich Highlands bei Truro. Weiter nördlich vor Provincetown gibt es ganz tolle Dünen, die teilweise über die Straße wehen. Imposantes Wahrzeichen von Provincetown ist das 77m hohe Pilgrim Monument. Es erinnert an die Landung der Mayflower. Provincetown ist eine Schwulenhochburg. Es gibt sogar einen schwulen Bürgermeister. Wir machten in Provincetown einen Bummel und aßen Lobster Rolls. Teuer aber sehr lecker. In einem Giftshop fanden wir noch eine Weihnachtsbaumkugel mit Leuchttürmen drauf. Um 14:30 ging es wieder in südliche Richtung an der Westküste weiter. Hier gibt es schöne Marschlandschaften mit Wattenmeer. Es ist auch nicht so zugebaut. Im Reiseführer war in Sandwich, kurz vor dem Cape Cod Channel ein Motel beschrieben. Wir fuhren hin. Das Zimmer im Country Acres Motel kostete trotz Memorial Weekend nur 83 USD. Es war ein sehr großes Zimmer mit Kühlschrank TV und netter Sitzecke. Zum Essen fuhren wir ins Restaurant Marshland (109 Rt 6A/Sandwich). Das wurde vom Motel empfohlen. War wirklich lecker.

Samstag, 23.05.09 Von Plymouth/MA bis Salem/MA 160 Meilen, 46 LF Nachdem wir spät aufgestanden waren fuhren wir zum 30 km entfernten Plymouth. Hier waren die 6 Leuchtfeuer schnell abgefertigt. Das gute Wetter hatte uns etwas verlassen. Es war kalt und windig. Weiter zum 25 km entfernten Green Harbor durch schöne flache Marschlandschaft. Das nächste Ziel war das wieder 25 km entfernte Satuate, ein kleiner netter Ferienort. Zu unserem Auto: Es macht sich, sobald man 15 m/h fährt, selber zu. Das bedeutet aber, dass man bei jedem Stopp wieder entriegeln muss, sonst gehen die hinteren Türen nicht auf. Nervig! Die Fensterheber sind mittig am Armaturenbrett angebracht. Nervig! Vor dem Handschuhfach ist eine Art Handtuchstange angebracht. Erst als ich in Boston versehentlich 400ml Kaffee in den Fußraum gekippt hatte wusste ich, wofür die Stange war! Ich konnte das Handtuch daran trocknen. Das Auto hat einen enormen Wendekreis. Bei vier Spuren kommt man in einem Zug rum. Bei drei Spuren muss man schon vor und zurück setzen. Dafür hat der Chrysler einen Kompass, der die Himmelsrichtung anzeigt. Das ist praktisch, weil die Highways ja nur nach Himmelsrichtungen ausgeschildert sind. Wir fuhren auf die Halbinsel Hull, südlich von Boston. Hier waren viele Leuchtfeuer auf vorgelagerten Inseln, die die Einfahrt nach Boston bezeichnen. Zwei Feuer waren an der Coastguard Station. Wir parkten natürlich dreisterweise auf dem Coastguard Parkplatz. Als wir gerade wieder auf der Mainstreet waren, hielt uns die Polizei an! Erst ein Wagen, hinterher vier! Die Coastguard hatte sie verständigt weil wir vermeintlich Fotos von der Coastguard geschossen haben. 11. September ließ grüßen. Nachdem wir die Pässe aus dem Koffer gekramt hatten, unsere Mietwagenpapiere gecheckt wurden, wurde die Polizei etwas versöhnlicher und interessierte sich hinterher nur noch privat für Alex Fotoausrüstung. Wir konnten glaubhaft versichern, dass wir keinen Anschlag vor hatten. Wir feuerten uns näher an Boston heran. Zum Glück war samstags nicht viel los in der Innenstadt. Wir kamen prima durch. Aber das Wetter hatte sich gewandelt. Es war richtig heiß und schwül bei Sonnenschein. Als wir im Ort Lynn ankamen hatten wir das große Boston hinter uns gelassen. In Salem sollte es laut Reiseführer ein preiswertes Motel geben. Die nächsten Feuer lagen auf Cape Ann und dort war Touristenhochburg. Wir fuhren zum Clipper Ship Inn Motel (40 Bridge Street/Salem). Das Zimmer kostete wegen dem Memorialday-Weekend 108 Dollar. Dafür war die Ausstattung toll. Es war quasi eine Suite mit Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Kochnische und Bad. Einziger Nachteil: Es brummte! Die Lärmquelle kam nicht aus unserem Zimmer. Wir vermuteten, dass es die Hochspannungsleitung über uns war. Wir waren ziemlich kaputt. Deshalb gab's nur ein schnelles Essen in einem Burger-Restaurant.

Sonntag, 24.05.09 Von Beverly/MA bis Cape Neddick/ME 170 Meilen, 44 LF Wir hatten ein nächtliches Gewitter. Morgens war alles wieder trocken bei 56°F. Um 8:00 waren wir mit Dunkin-Kaffee unterwegs. Über Beverly fuhren wir nach Gloucester, dem ältesten Seehafen Amerikas. Die Halbinsel Eastern Point vor Gloucester war mal wieder nur für Anwohner. Alex fragte beim Wachposten, ob wir kurz zum Leuchtturm dürften und schwups waren wir drin. Die nächsten Feuer auf Thatcher Island konnten wir wegen Seenebel nicht sehen. Die Sonne kam nämlich raus und produzierte dicken Dunst. Den Fluss Annisquam feuerten wir bei strahlendem Sonnenschein. Nachdem wir das Cape Ann umrundet hatten, fuhren wir nach Ipswich. Das Feuer stand auf einer Düne an einem Strand. Strandeintritt mit PKW 22 Dollar! Fahrrad kostete nur 2 Dollar. Also wurde ich im Schilf geparkt und Alex nahm das Rad. Er kam zurück und balancierte zwei Kaffee in einer Hand. Die flogen allerdings 2 km später beim nächsten Dunkin raus ;-) Weil es so heiß und drückend war tauschte ich Jeans gegen Caprihose. Prompt nahte eine Regenfront. Dann fuhren wir ins Niemandsland! Für die 30 km Küstenlinie von New Hampshire hatten wir keine Karte geholt. Else wird uns schon lotsen. Der Slogan auf den Autokennzeichen von New Hampshire lautet: Live free or die. Das scheint zu stimmen, denn erstmals in unserem USA-Urlaub sahen wir Hinweisschilder zu Wet-Bikini-Contests, Werbung für Lotterie, und Bier trinkende Menschen in Vorgärten. Scheint alles liberaler zu sein. Architektonisch hatte sich nichts verändert. Holzhäuser wohin man blickt. Um 16:30 hatten wir New Hampshire schon wieder verlassen, denn die Nordseite des Piscataqua River gehört schon zu Maine. Hier waren die ersten industriellen Feuer des Urlaubs. Ölpiers! Der Fluss war aber nicht so breit, deshalb bekamen wir alle Leuchtfeuer. In Ogunquit, einem Ort zwischen Cape Neddick uns Wells, fanden wir ein Motel (Sea View Motel) (Route1) zu moderaten Memorial Weekend Preisen (93 USD) (Tel: 1-866-646-7064). Schnell merkten wir, dass das Hotel auch bei schwulen Pärchen sehr beliebt war. Zum Essen fuhren wir die Bundesstraße 1 rauf und runter und entschieden uns für die Pizzeria Napoli (667 Main St.). Das war eine gute Wahl, denn die Pizza war im Steinofen gebacken und schmeckte endlich mal wie Pizza. Abends kam dann die übliche Arbeit auf uns zu: Bilder in den Laptop übertragen.

Montag, 25.05.09 Memorialday Von Wells/ME bis Bath/ME 217 Meilen, 30 LF Mit Sonne waren wir schon um vor 8:00 unterwegs. Auf der Bundesstraße 1 gab's direkt ein Dunkin. Der Hotelkaffee machte nicht wach. An der 1 in Wells fanden wir DEN Lighthouse Shop. Wir hatten schon mal von Deutschland aus hier per Post einiges bestellt. Die machten erst um 9:00 auf. Wir lungerten seit 8:40 so vor dem Laden rum, dass man uns schon um fünf Minuten vor rein ließ. Der Einkauf lohnte sich. 142 Dollar wechselten den Besitzer! Entspannt fuhren wir nach Kennebunk. Hier haben die Bush´s ihren Sommersitz. Die Brücke war gesperrt. Nein, nicht wegen Bush sondern wegen einer Memorial-Parade. Nach dem Leuchtturm von Biddeford Pool fuhren wir zum 45 km entfernten Leuchtturm von Port Elizabeth und dem Leuchtturm von Portland. Hier ist ein großer Park am Fort William und dem Leuchtturm. Ganz Portland schien zum Picknick hier zu sein. Es ist viel Fahrerei angesagt, bei mieser Leuchtfeuer-Ausbeute. Um 12:30 hatten wir erst 7 Stück. Das Schlimmste ist, dass die Amis spazieren fahren. Man darf z. B. 30 MPH fahren. Die fahren aber nur 20 und gucken in die Vorgärten, aber bloß nicht in den Rückspiegel. "Nach mir die Sintflut" scheint der Wahlspruch zu sein. Unkontrolliertes Bremsen ist auch angesagt. Man guckt ja nicht in den Rückspiegel. Da merkt man ja nicht, ob man andere gefährdet. Um 14:00 waren wir mit Portland fertig und düsten 72 km zum nächsten Feuer "Harpswell Neck", südlich von Brunswick. Endlich stand nicht alle 3 m ein Haus. Man fuhr durch Wälder und Felder. Ab und zu eine Ansiedlung. Herrlich in Maine. Das nächste Feuer war wieder 42 km entfernt. Nach Neck hoch, zur Phippsburg-Halbinsel wieder runter. Hier waren zum Glück mehrere Feuer. Die Gegend hier sieht aus wie Schweden. Oder wie Kanada. Oder eben wie Maine ;-) Jedenfalls nicht mehr wie Connecticut oder Massachusetts. Hier sind mehr Nadelbaumwälder, mehr Fjorde und viel Wasser. Endlich hatte man mal eine Art Wildnis. Um 19:00 waren wir wieder oben in Bath und machten uns auf Motelsuche. Zwischen Brunswick und Barth wurden wir fündig. Das Rodeway Inn (287 Bath Road) gehört zu einer Kette und war das preiswerteste bisher (65 USD). Essen gingen wir bei McDonald's. Zu mehr hatten wir keine Lust. So viel Fahrerei macht müde.

Dienstag, 26.05.09 Von Barth/ME nach Stonington/ME 301 Meilen, 29 Feuer Schon vor 8:00 waren wir auf der Piste. Schließlich war heute wieder zeitraubende Fahrerei zwischen den Feuern. Die Sonne schien bei strahlendem Himmel, aber es war kalt bei 7°C. Brrrr. Vor Eintritt in die Wildnis holten wir uns noch einen großen Kaffee. 30km südlich war das Ziel am Ende der Georgetown Island. Danach wieder hoch auf die 1 und hinter Wiscasset über die 27 wieder runter auf die Halbinsel Edgecomb. Danach wieder 30 km hoch zur Bundesstraße 1 und vor Rockland wieder runter auf die Halbinsel St. George. Der Leuchtturm Owl's Head liegt sehr schön. Wir spazierten gemeinsam dort hin. Der Himmel sah aus wie Sommer, aber es war kalt wie Winter. In Rockland wanderte Alex auf einen bestimmt kilometerlangen Wellenbrecher. Und das bei dem eisigen Wind. Um noch mehr Zeit zu verplempern hielten wir am mittlerweile 7. Schuhgeschäft, um nach Schuhen für einen Kollegen zu suchen. Wie in den anderen Geschäften war die Suche wieder erfolglos. Nun mussten wir einen großen Bogen um die Belfast Bay machen um nach Castine zu kommen. Wieder 45 km. Diese ganzen Inseln und Halbinseln sind irgendwie tot, keine Hotels, keine großen Siedlungen. In Castine gab's auch nichts Gescheites. Deshalb wagten wir es um 18:15 und fuhren runter nach Stonington. Hier sollte es neben den Feuern auch 2 Hotels geben. Da kein amerikanischer Veteran vor uns bummelte, schafften wir die Strecke in einer Stunde. Wir bekamen die Feuer und ein Zimmer im Boyces Motel für 64 USD (Tel: (207) 367-2421). Essen gingen wir im Harbor Inn, direkt nebenan. War sehr lecker, reichhaltig und preiswert. Unser Zimmer hat Ausblick und kleinen Balkon Richtung Hafen, aber den konnte man nicht genießen, weil es eiskalt war. Wir haben Ende Mai und die Obstbäume hier stehen noch in Blüte. Manche Laubbäume haben ihr erstes zartes Grün und teilweise stehen die Tulpen noch. Die Natur ist hier ganz schön zurück.

Mittwoch, 27.05.09 Von Brooklyn Island/ME bis Campobello/Canada 503 Meilen 23 Feuer Laut Wetterbericht sollte es heute regnen, aber es war nur bewölkt als wir um 7:15 los fuhren. Zuerst war eine Großtonne vor Brooklyn Island dran. Aber statt der Großtonne waren nur 4 Ankertonnen da. Vielleicht war die große in Reparatur. Wieder 50 km Fahrt zur Mount Desert Island. Hier ist der Acadia Nationalpark. Wenn ich ehrlich bin sieht es im Nationalpark genauso aus wie im restlichen Maine, außer ein paar Hügeln. Aber viele Rehe laufen hier über die Straße. Nun mussten wir über 100 km nach Jonesport fahren. Die Gegend ist traumhaft leer. Über Jonesboro ging es weiter nach Starboard. Hier sind rechts und links der Straße rote Wiesen. Muss irgendein besonderes Kraut wachsen. Das Feuer auf Avery Rock bekamen wir nicht weil davor ein Antennenpark der Navy bei Cuttler steht. Für das Little River Light ist Alex wandern gegangen. Prompt fing es an zu regnen. Nun zum berühmtesten Leuchtturm von Maine, nach West Quoddy Head. Wieder 35 km durch totale Einsamkeit nach Lubec. Hier fuhren wir rüber nach Kanada, genauer nach Campobello Island. Die Insel ist kanadisch aber auf dem Landweg nur mit USA verbunden. Von Kanada fährt nur im Sommer eine Fähre. Wir hatten weder eine Straßenkarte noch wusste Else was Kanada ist. In der Touristik-Info bekamen wir eine grobe handgemalte Karte der Insel und probierten es damit. Bei der Einreise nach Kanada wurden wir lustige Sachen gefragt. Wie lange bleiben Sie? Ca. 1 Stunde. Warum reisen Sie nach Canada? Wir wollen den Leuchtturm am Ende der Insel fotografieren. Haben Sie Zigaretten dabei? Ja, deutsche. Nach diesen Formalitäten fotografierten wir die sieben Leuchtfeuer inklusive Leuchtturm East Quoddy Head. Auf der Insel sah es aus wie Schweden. Oder wie Kanada, oder wie Maine ;-)) Nach einer Stunde mussten wir beim amerikanischen Officer fast dieselben Fragen beantworten. Wie lange waren Sie in Canada? Was wollten Sie da? Haben Sie was gekauft? Wie sind Sie mit dem schicken Klapprad über den Atlantik gekommen und warum haben Sie nur ein Fahrrad dabei? Antwort: Weil meine Frau faul ist und lieber Bücher liest! Um 17:00 fing es an zu regnen und wir machten uns auf den langen Weg nach Albany NY. Über 800 km lagen vor uns. Die Straßen am Ende von Maine sind ziemlich schlaglochgeschädigt. Bei dem Regen war es kein Spaß zu fahren. Deshalb nahmen wir einen Umweg in Kauf und fuhren über die Autobahn. Wir waren um 20:40 wieder in Brunswick und beschlossen wieder das Rodeway Inn Motel in Bath zu nehmen. Um 20:00 wurde es dunkel und die Fahrerei noch anstrengender. Man sah gar nichts mehr. Die Streifen auf den Straßen sind nicht fluoreszierend. Immerhin hatten wir 336 km der Überfahrt geschafft. Deshalb gingen wir zum Essen auch nur nach McDonald's, der war nicht so weit weg.

Donnerstag, 28.05.09 Von Albany/NY bis Coxsacki/NY 373 Meilen 25 Feuer Um kurz nach 8:00 waren wir wieder auf dem Highway Richtung Albany. Es regnete wieder. Dazu kam Nebel und ab und an trockenere Abschnitte. Wir brauchten 3 Kaffeepausen bis wir um 13:00 in Albany am 1. Feuer des Hudson ankamen. Albany ist eine Industriestadt. Am Hudson sind Ölpiers, Schrottplätze und andere Industrieanlagen. Es war sehr schlecht an die Leuchtfeuer heranzukommen. Dafür hörte es auf zu regnen. Außerhalb von Albany kam dann unser altes Problem: Villen und Wald. Um 17:15 hatten wir immerhin 20 Flussfeuer fotografiert. Um 18:30 wurde das Licht immer schlechter. Wir beschlossen in Coxsacki aufzuhören und ein Zimmer zu suchen. In Catskill, direkt an der 385 fanden wir das Motel Pelokes. Mit 60 USD toppte der Preis alles. Gegenüber war eine Pizzeria (Tori G's 1125 State Rte 23). Hier bekamen wir die größten Portionen, die wir je hatten. Für Alex Pizza musste ein Beistelltisch rangeschoben werden und meine Spaghetti lagen auf einer ovalen Vorlegeplatte! Wir lümmelten uns im Motelzimmer gemütlich auf dem Bett als es plötzlich "Bumm" machte. Jemand war in unseren parkenden Wagen gefahren! Ich rannte im Nachthemd mit nackten Füßen hinter dem Wagen her und stoppte die Fahrerin. Zum Glück hatte ich vorher gesehen das ein Policeofficer in einem Zimmer im anderen Moteltrakt verschwunden war. Den suchten wir und fanden ihn. Er war zwar nicht für Verkehrsangelegenheiten zuständig, holte aber die Kollegen. Was der Officer im Motel machte? Wir vermuten, dass manche Motels auch als "Übergangsheime" für sozial Schwache genutzt werden. Wir hatten schon öfters bemerkt, dass Teile mancher Motels nicht normal vermietet wurden, sondern regelrecht bewohnt waren. Der Officer prüfte wohl, ob nur die gemeldeten Leute dort wohnten. Jedenfalls hielt der Officer die "Dame" in Schach bis die Kollegen eintrafen. Ihren Führerschein hatte sie verloren, die Identkarte hatte sie nicht dabei und der Wagen gehörte ihrer Mutter. Sie telefonierte mit ihrem "Husband" als sie in unseren Wagen bretterte und wollte sich mit ihrem "Friend" im Motel treffen ;-)) Zum Glück war der Schaden am Mietwagen nicht groß. Das Blinker- und Rücklichtglas war kaputt. Die Lampen gingen aber noch. Mit der Unfallgegnerin wurde ein Alkohol- und Drogentest gemacht. Der fiel wohl nicht so toll aus, denn ihr Auto wurde geparkt und sie mitgenommen. Später kamen zwei Polizisten zurück und durchsuchten das Auto. Tipp für alle die einen Unfall in den USA haben: Bitte nachfragen um was für einen Officer es sich handelt. Es gibt nämlich die State Police, die County Police und die städtische Polizei. Unbedingt den Unfallbericht aushändigen lassen, sonst gibt es Schwierigkeiten bei der Mietwagenrückgabe. Wir haben den Unfall sofort per Telefon dem Autovermieter gemeldet, hatten bei der Rückgabe aber trotzdem Schwierigkeiten.

Freitag, 29.05.09 Von Coxsacki/NY bis Hyde Park/NY 151 Meilen, 38 LF Zum Glück hatte unser Navi alle Polizeistationen intus. Wir fuhren zur ersten in Catskill, meinten aber, dass diese falsch ist und fuhren zur Zweiten. Hier bekamen wir dann die Mitteilung, dass die nicht zuständig sind und sollten zur ersten zurück. Diese waren auch nicht zuständig und verwiesen uns an die State Police in South Cairo. Hier waren wir zwar richtig, aber der Bericht war nicht fertig. Wir bekamen ein Aktenzeichen und die Mitteilung, dass die Unfallgegnerin angetrunken war und Drogen in ihrem Auto gefunden wurden. Catskill ist übrigens eine schöne Kleinstadt. In Anlehnung des Ortsnamen findet man alle 50 m eine hübsche Katzenfigur. Ein Messingschild nennt den Künstler und den Sponsor (es ist übrigens Cat-skill und nicht Cats-kill). Um 9:45 hatte uns der Hudson wieder. Die Gegend hier ist sehr ländlich mit einsamen Farmen. Alex hatte am Vorabend bei Google einen Feldweg, der durch eine Farm ging, ausgeguckt. So bekamen wir ein fehlendes Feuer. Allerdings scheuchten wir auch ein Kalb auf, was unterm Zaum durch gekommen war und nun vor unserem Auto herlief. Wir befürchteten schon, dass wir das Kalb bis zum Flughafen vor uns hätten, aber irgendwann ließ es sich doch überholen. Hier am Hudson bekommt man viele Tiere zu sehen, Füchse, Hasen, Schildkröten, Biber, Gänse, Streifenhörnchen und jede Menge Rehe. Wir feuerten uns auf der Westseite des Hudsons von Coxsacki über Athens wieder nach Catskill. Dann südlich weiter über Saugerties nach Kingston. Dort überquerten wir den Hudson und machten auf der Ostseite weiter in Richtung Norden bis Germantown. So bekamen wir fünf fehlende Feuer. Mittags wurde es richtig heiß (27°C). Nachmittags war es feucht-schwül und am frühen Abend kam ein wahnsinniges Gewitter runter. Um 19:00 wurde es der Kamera zu dunkel, also Zimmer suchen. Das erste Motel im nächsten Ort Hyde Park war wieder sozialkritisch. Ein Unfall reicht, also weitersuchen. Das zweite wurde genommen. Das Zimmer im Roosevelt Inn war zwar klein aber nett (81 USD). Gegessen haben wir in einem chinesischen Schnellrestaurant (Great Wall, 4290 Albany Post Rd).

Samstag, 30.05.09 Abflugtag Von Hyde Park/NY bis Airport 119 Meilen, 13 Feuer Heute ist Packtag. Es ging schneller als erwartet. Keine Stunde später waren wir wieder am Hudson. Das erste Feuer war im Vanderbelt Park. Hier steht das Roosevelt-Monument. Die Amerikaner gehen hier nicht spazieren, sie fahren durch den Park. Die Sonne lachte und machte uns den Abschied schwer. In Pooghkeepsie und in Beacon hatten wir noch zwei Brücken zu feuern. Hinter Garrison war dann Feierabend. 12:00, wir müssen zum Flughafen. 100km hatten wir noch vor uns. Zwischen Bronx und Flughafen gab's mal wieder Stau. Bei der Autorückgabe gab es Probleme, weil wir keinen Polizeibericht hatten. Dafür ging das Einchecken problemlos. Die Maschine hatte leider Verspätung. So flogen wir erst um Ortzeit 19:00 ab und kamen um 9:00 Ortzeit Düsseldorf wieder an. Eigentlich war es ein sehr entspannender Urlaub, weil die Ostküste so ländlich ist. Etwas nervig ist, dass Preise immer ohne Steuern ausgewiesen werden. Auch die Flut an Verkehrsschildern ist enorm. Aber sonst...sehr entspannend.