Nordschweden (02.08.2010 - 16.08.2010)

Montag, 02.08.10 202 km, 5 Leuchtfeuer Um 10:30 flogen wir mit einer kleinen SAS-Maschine von Düsseldorf nach Stockholm. Der Flug war etwas turbulent. Um 12:10 landeten wir bei strömenden Regen auf dem Flughafen Arlanda. Mit dem Bus ging es zur Mietwagenausgabe Europcar. Wir bekamen einen Golf. Zum Glück passte unser ganzes Gepäck rein. Zuerst steuerten wir den nächsten Ikea an. Wir kauften billige Bettwäsche. Die Jahre zuvor waren wir mit dem Auto aus Deutschland angereist und hatten genug Platz um Bettzeug von zu Hause mitzubringen. Aber mit dem Flugzeug ist das schwierig. Ohne Bettzeug ist man als Schwedentourist aufgeschmissen. In Jugendherbergen und Campingplätze mit Stuga (Wohnhütten) braucht man Bettwäsche. Wenn man sie für eine Nacht mieten muss, kann man direkt in ein teures Hotel gehen. Nach Geldautomat, McDonald's und Großeinkauf im Supermarkt ging es dann endlich los zum ersten Leuchtfeuer im Süden der Halbinsel Boo. 50 km war die Strecke lang. Um 16:30 waren wir im Regen da. Beim 2. Feuer hörte es zwar auf zu regnen, dafür zog aber Nebel auf. Das ist beim Leuchtfeuern noch schlimmer. Um 18:30 hatten wir erst 5 Feuer. Aber wir machten trotzdem Feierabend und fuhren in unser vorgebuchtes Hotel Farsta Strand, südöstlich von Stockholm. Das Hotel war ruhig und das Zimmer sehr schön (595 Kronen). Wir suchten uns in der Nähe eine Pizzeria und ließen den Abend ausklingen.

Dienstag, 03.08.10 Von Boo nach Lidingö 257 km, 42 Feuer Nachdem wir das gute und reichhaltige Frühstück im Hotel genossen hatten, ging es um 8:00 los nach Nacka. Hier war ein 300 m hohes Luftfahrtfeuer. Leider hatte sich der Nebel noch nicht verzogen und das Feuer blieb für uns unsichtbar. Wir waren erstaunt wie untertunnelt Stockholm ist. Alle Schnellstraßen im Stadtgebiet sind unterirdisch. Nun ging es wieder nach Boo, aber diesmal die nordöstliche Seite. Auf dem Meer war wieder Nebel zu sehen. Es war aber windstill und relativ warm bei 17°. Wir umrundeten die verästelte Halbinsel Boo und bekamen die meisten Feuer. In Fredricksborg geht die Fähre nach Vaxholm ab. Hier liegt ein altes Fort, gebaut um 1734. Es ist aber schon ziemlich verfallen. An der nördlichen Seite des Schärengartens feuerten wir uns langsam wieder Richtung Stockholm. Es wurde richtig warm bei Sonne und wenig Wind, 23°. Um 16.00 waren wir wieder im Vorstadtgebiet von Stockholm. Im Hafen von Stockholm wurden wir von der Polizei angehalten und Alex musste sich einer Alkoholkontrolle unterziehen. Und das am helllichten Tag! Die Fähren aus Polen und sonstigen Ostseeländern kamen hier an. Und auf den Fähren ist der Alk ja billig. Danach mussten wir durch die Innenstadt, vorbei am Schloss und anderen Sehenswürdigkeiten. Alex wollte, dass ich Fotos mache, aber meine Kamera war noch im Koffer. Wer rechnet denn auch beim Leuchtfeuern damit, dass man bei der Königsfamilie vorbei kommt! Drei Minuten später waren wir schon wieder auf dem Land. Wir fuhren rüber nach Lidingö, um von da aus die restlichen Feuer des Stockholmer Hafens zu fotografieren. Auf Lidingö fanden wir ein Hotel. Nach dem Einchecken feuerten wir noch weiter und hatten um 19:30 42 Feuer geschossen. Als wir zum Essen in einen Kebab-Laden fuhren (Pizzeria Gavroche, Hesbyvägen 40), fing es an zu regnen. Das Hotel hieß Ariston und kostete 895 Kronen.

Mittwoch, 04.08.10 Von Djursholm bis Norrtälje 288 km, 40 Feuer Es regnete immer noch! Um 8:00 verließen wir nach gutem Frühstück das Hotel und feuerten ein Stück am Festland hoch. Dann ging es auf die Insel Vaxholm. Hier ist total tote Hose. Aber etwas weiter in Bogesund sind wieder riesige Wohnanlagen ohne Infrastruktur. Hauptsache Wohnen am Wasser. Das Wetter war sehr wechselhaft, mal Regen, mal trocken und wenig Weitsicht. Nach der Insel Vaxholm ging es wieder zurück zum Festland und weiter nach Akersberga um die Meerenge zwischen Land und Insel Ljusterö abzufeuern. Wir kamen nicht schnell voran. Um 18:00 hatten wir die Halbinsel südöstlich von Norrtälje umrundet und starteten die Zimmersuche. Wir fragten zuerst beim Roslagen Hotel, aber das war uns mit 990 Kronen zu teuer. Mit einem Stadtplan fuhren wir alle Hotels, Wandererheime und Campingplätze ab. Da alle entweder besetzt oder noch teurer waren, nahmen wir doch ein Zimmer im Roslagen Hotel. Und weil die Sonne raus kam feuerten wir nach der Hotelreservierung noch bis 19:30 weiter. Gutes Wetter muss man ausnutzen. Norrtälje ist eine nette Stadt. Dank unserer Sucherei hatten wir ja schon viel gesehen und wussten, dass wir abends bei Chinesen essen wollten (China Garden, Stockholmsvägen 24 C). Beim Fotos in den PC übertragen bemerkte Alex ein Unwohlsein mit Schnupfen und anderen Erkältungssymptomen. In der Nacht schwitze er die ganzen Viren raus, denn morgens ging es ihm schon besser.

Donnerstag, 05.08.10 Von Insel Björkö bis Hallstavik 250 km, 38 Feuer Trotz geschwächtem Fahrer starteten wir um 8:00 nach gutem Hotelfrühstück. Die Sonne stand hoch am Himmel. Vor dem ersten Feuer entdeckten wir einen McDonald's (Stockholmsvägen 51, Norrtälje) und deckten uns mit Kaffee ein. Wer weiß wann es die nächste Latte gibt. Nach 50 km waren wir am nächsten Feuer auf der Insel Björkö angekommen. Ich wurde im Wald geparkt und Alex "erwanderte" sich vier weitere Leuchtfeuer. Nun ging es auf Bjökö weiter nordwärts. Die angrenzende Insel hieß Väddö. Auch hier standen einige Feuer. Man sieht übrigens nie das offene Meer. Immer sind Schären oder Inseln davor. Man kommt sich vor wie in einer Seenlandschaft. Die nächste, nördlich gelegene Insel war Singö. Auch hier standen einige Feuer. Danach fuhren wir zurück nach Trästa. Nächstes Ziel war die befeuerte Einfahrt nach Hallstavik. Da im Umkreis keine größere Stadt lag, suchten wir in Hallstavik ein Zimmer. Es war zwar erst 17:30, aber sicher ist sicher. Wir fanden eine Bleibe im Pensionat "Villa Armeska" (700 Kronen). Da das Wetter so gut war feuerten wir noch die westliche Einfahrt nach Hallstavik. Am Abend feierten wir meinen Geburtstag mit Pizza und Tuborg (Roni's Pizzeria & Grill, Gustavsvägen 6). Unsere Bleibe bestand aus zwei Zimmern. Gut für verschnupfte Ehemänner!

Freitag, 06.08.10 Von Osthammar bis Gävle 276 km, 44 Feuer Nach einer ruhigen Nacht saßen wir um 7:00 beim Frühstück. Um 8:00 waren wir auf der Piste Richtung Osthammar. Auf der Fahrt kamen wir durch den kleinen Ort Harg. Ein sehr schönes altes Dorf mit hübscher Kirche. Auch Osthammar ist sehr schön. Die Parkanlagen an der Waterfront laden zum Spazieren gehen ein. Weiter ging es nach Öregrund, was auf einer Halbinsel liegt. Nächstes Ziel war ein AKW von Vattenfall bei Forsmark. Atomkraftwerke sind immer hop oder top. Entweder man kriegt alle Feuer ganz leicht, oder es ist alles verrammelt und man sieht keins. Wir hatten glück und bekamen alle, weil man um das Werk rumfahren konnte. Weiter ging es über Schotterpisten nach Ängskär. Während Alex zum Kap wandern musste, sonnte ich mich mit Kaffee auf einer Bank. Über Kungsten ging es weiter nach Fagelsundet. Hier gibt es nette Badeplätze zwischen den Schären. Bei 25° waren diese sehr einladend, aber: wir hatten keine Zeit. Über Karlsholmsbruk und Älvkarleby ging es weiter nach Skutskär. Hier war viel Industrie. Auch die ersten Feuer von Gävle waren in Industriegebieten und schwer zu kriegen. Gävle war toll! Hier gab es nämlich wieder ein McDonald's mit leckerem Kaffee. Der erste gescheite Kaffee nach Norrtälje. Wir besorgten uns einen Stadtplan mit Unterkünften und bestellten telefonisch (026-99025) eine Stuga auf einem Campingplatz (Engesbergs Camping, Solviksvägen 7). Sie war ohne Wasser und Toilette, kostete aber nur 500 Kronen. Wir feuerten beruhigt die Ansteuerung von Gävle und fuhren dann zum Campingplatz. Die Stuga lag im Wald. Der Weg zu den sanitären Anlagen war zwar weit, aber dafür lag unser Haus schön ruhig. Alex hatte in Gävle ein griechisches Restaurant gesehen (Akropolis, Östra Islandsgatan 27A). Hier aßen wir zu Abend. Anschließend mussten wir noch die Feuer in den Laptop übertragen. Weil auf der Terrasse die Mücken schwirrten baute sich Alex eine tolle Konstruktion zur Moskitoabwehr.

Samstag, 07.08.10 Von Bönäs Söderhamn 436 km, 39 Feuer Wir schliefen lange (8:00) und starten doch schon um 8:50 zum ersten Feuer nach Bönäs. Am 2. Feuer sahen wir Seenebel aufziehen, der Tod für jeden Leuchtfeuerer! Es war wie verhext. An Land strahlender Sonnenschein und über dem Meer die trübe Suppe. Als wir das 4. Feuer nicht sahen beschlossen wir, das Luftfahrtfeuer von Ockelbo einzuschieben. Kilometerweise fuhren wir über Schotterpisten landeinwärts. Und was sahen wir? Nichts! Das Luftfahrtfeuer war einfach nicht da. Wir standen sogar genau auf den Koordinaten. Auf dem Rückweg zur Küsten machten wir einen riesigen Umweg. Unser Navi und die Straßenkarte sagten, dass es von der E4 eine Autobahnabfahrt vor Söderhamn gibt. Die Schweden hatten diese Abfahrt aber nicht gebaut! In Trollhattan half uns ein netter Schwede ein Ober- und Unterfeuer zu suchen. Aber die Feuer draußen im Wasser waren wegen des Nebels immer noch nicht zu sehen. Weiter ging es nach Vallvik. An einer Sulfatfabrik waren 5 Feuer. Wir bekamen alle, trotz des furchtbaren Gestanks. In Ljusne und Sandarne waren wieder viele industrielle Feuer. Hier gab es ulkige Unterfeuer. Das östliche, mittlere und das westliche Feuer standen genau neben einander. Das Luftfahrtfeuer von Söderhamn war auch ein Witz. Der Flughafen ist außer Betrieb. Dort siedeln jetzt Firmen und Industrie. Und es gab ein Flugzeugmuseum, aber kein Feuer mehr. Telefonisch fragten wir bei den Hotels von Söderhamn nach Zimmern. Wir bekamen nur noch was im Best Western "SöderH" für 950 Kronen weil eine Veranstaltung für behinderte Sportler in Söderhamn statt fand. In unserem Hotel waren russische und türkische Sportler untergebracht. Trotz der Sportveranstaltung war die Stadt wie ausgestorben. Kein Mensch auf den Straßen und das an einem Samstagabend! Aber schön und gepflegt ist Söderhamn.

Sonntag, 08.08.10 Von Söderhamn bis Hudiksvall 310 km, 35 Feuer Nach einem reichhaltigen Hotelfrühstück starteten wir um 8:30. Nachts hatte es geregnet, aber bei unserer Abfahrt hörte es zum Glück auf. Es wurde wieder ein Tag mit viel Fahrerei. Wir führen auf die Inseln und Halbinseln und mussten immer wieder zur Autobahn E4 zurück. Ein, zwei Abfahrten weiter wieder von der Bahn runter und ans nächste Kap. So fuhren wir nach Skarsa, Fjäle und Fiskbaken. Beim Feuern in Hudiksvall schauten wir uns schon mal nach Hotels um. Danach ging es auf die Halbinseln Gackerön und Hornslandet. Viel Fahrerei, wenig Feuer. Auf dem Rückweg von Hornslandet fragten wir am Hudiksvaller Campingplatz nach Stugas. Aber die hatten nur welche ohne Bad. Deshalb fuhren wir zum Stadthotellet. Für 890 Kronen nahmen wir ein Zimmer mit Blick auf den Hafen von Hudiksvall. Allerdings fuhr die Bahn am Hotel vorbei, besser gesagt unter der Rezeption entlang. Die Fenster im Zimmer waren aber dicht und so oft kam auch kein Zug. Zu Fuß machten wir uns auf die Nahrungssuche und erkundeten dabei Hudiksvall. Beim Chinesen Ming (Bankgränd 1) aßen wir draußen, denn es war noch warm genug.

Montag, 09.08.10 Von Bergön bis Sundsvall 281 km, 51 Feuer Ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch starteten wir um 8:45. Bei McDonald's nahmen wir noch einen Kaffee mit, denn den nächsten gab es erst in Sundsvall. In der Nacht hatte es geregnet und am Morgen nieselte es noch etwas. Im Internet hatten wir gesehen, dass eine Regenfront kommen soll. Seit Söderhamn hatte sich die Gegend etwas verändert. Es wurde steiniger. Es sah so aus, als hätten die Gletscher hier ihr Geröll abgeladen statt über die Felsen zu gleiten. Deshalb gab es kaum noch Felder, sondern mehr Wald mit vielen Steinen zwischen den Bäumen. Unser erstes Ziel war Bergön. Danach ging es weiter nach Stocka. Hier waren Windturbinen befeuert. Außerdem gab es noch 3x Ober- und Unterfeuer, obwohl hier nur 10 Häuser und eine verlassene Fabrik standen. Wir mussten zur E4 zurück und bei Mellanfjärden wieder abfahren. Das Gleiche um nach Galtström zu kommen. Wir fuhren einige Kilometer Schotterpiste. Mitten im Wald war ein Wendehammer im Nichts. Alex musste die letzten 600 Meter zu Fuß zum Feuer laufen. Da die Büsche und Wiesen nass waren war auch Alex unten herum pläddernass. Es regnete zwar nicht doll, aber die Weitsicht war sehr schlecht zum Fotografieren. Beim nächsten Feuer in Lörudden war dann ein Wäschewechsel angesagt. Danach war das 450 m hohe Luftfahrtfeuer von Sundsvall dran. Es war so nebelig dass wir gerade mal die Verstrebungen erahnen konnten. Um 15:00 fing es so doll an zu regnen, dass wir einige Feuer aus dem Auto knipsen mussten. Teilweise habe ich mit Schirm neben Alex gestanden um die Kamera zu schützen. Nun waren die Kabelfeuer im Alnösund dran. Der Sund trennt Sundsvall von der Insel Vi. Auch hier gab es wieder nasse Schuhe. Trotz der widrigen Umstände hatten wir 51 Feuer geschossen. Wir nahmen uns ein Zimmer im Wandererheim von Sundsvall. Zimmer war übertrieben. Es war eine Zelle. Links von der Eingangstür die Dusche, rechts das WC. Rechts und links ein Bett, dazwischen ein kleines Tischchen. Das war´s. Kostete aber nur 580 Kronen. und die Ikea-Bettwäsche kam auch wieder zum Einsatz. Zum Essen fuhren wir in die Stadt. Nach Hudiksvall und Söderhamn ist Sundsvall wieder eine richtige Großstadt.

Dienstag, 10.08.10 Von Vi/Sundsvall nach Hörön 285 km, 32 Feuer Um 8:15 waren wir unterwegs. Es regnete zwar nicht, aber es lag viel Feuchtigkeit in der Luft. Mit Kaffee von der Preembär-Tankstelle feuerten wir uns Richtung Timra. Die Industrie-Feuer waren alle nicht zu kriegen. Es war ein schlechter Leuchtfeuertag. Um 12:30 hatten wir von 20 angefahrenen Leuchtfeuern nur 12 bekommen. Dafür hielt sich das Wetter. Es war trocken bei 17°. In Harnösand stärkten wir uns bei McDonald's. Danach feuerten wir die Halbinsel mit Halberfolgen. Die meisten Feuer lagen auf vorgelagerten Inseln wie Lungön, Hemsön, Abordsön und Valdön. Wenn der Winkel nicht ganz genau stimmt, kann man die Feuer nicht sehen. Gut dass wir uns gestern ein "Polster" erschossen hatten. Die Gegend hier ist sehr bewaldet. Das erschwert das Feuern zusätzlich. Wir verließen die Küste und fuhren über die Bundesstraße 90 in Richtung Kramfors. Parallel zur Straße verläuft der Angermanälven, ein Sund, der bis Sandö befeuert ist. Hinter Ramvik führte uns das Navi auf eine kleine Halbinsel. Die Strecke war mörderisch. Ein total ausgefahrener Waldweg mit spitzen Steinen und großen Pfützen. Die letzen 300 war der Weg gar nicht mehr befahrbar. Alex musste laufen. Er kam wieder nass zurück weil er sich durch die Büsche schlagen musste. Wir beschlossen uns erstmal ein Zimmer zu suchen. In Franö gab es ein Wandererheim und ein Hotel. Wir nahmen das Franö-Hotel, ein alter, schön renovierter Backsteinbau von 1886 (890 Kronen). Zum Essen fuhren wir nach Kramfors rein (Pizzeria Jakten, Stationsgatan 15). Neben der B 90 verlief eine neue Bahnstrecke. Sie ist wohl für Hochgeschwindigkeitszüge und hat alle paar Kilometer ausgeschilderte Rettungsplätze. In Kramfors wurde ein schicker neuer Bahnhof gebaut. Zum Glück ist die Strecke noch nicht in Betrieb. Die Trasse führt nämlich direkt an unserem Hotel entlang. Beim abendlichen Bilderübertragen merkten wir dass wir für das nächste Feuer wieder diesen mörderischen Waldweg lang mussten. Na, da fängt der Tag ja gut an.

Mittwoch, 11.08.10 Von Sandö bis Örnsköldsvik 325 km, 36 Feuer Auf zum 900 m langen Horrorweg in Grunsten. Auf dem Rückweg passierte es dann! Wir übersahen einen spitzen Stein und paff: der Reifen war platt! Alex hatte Mühe die Alufelge los zu kriegen. Überhaupt ist es schwierig auf einem matschigen Weg einen Reifen zu wechseln. Mit Notreifen feuerten wir noch die anderen Leuchtfeuer in der Nähe und tranken danach erstmal einen Kaffee am Automuseum in Lunde. Hier fragten wir nach einem Reifenhändler. Der Reifenhändler in Kramfors hatte den Reifen in 10 Minuten gewechselt und war um 1200 Kronen reicher. Die restlichen Feuer des Sunds waren eigentlich ganz gut zu finden. Anders sah es zurück an der Küste aus. Wieder viele vorgelagerte Inseln, die einem die Sicht nahmen. Bessere Erfolge hatten wir in Norrfällviken und Kopmanholmen. Auch die industriellen Feuer von Örnsköldsvik waren einfach. Das Wetter war auch okay. Mittags war sogar die Sonne am Himmel. In Domsjö, einem Vorort von Örnsköldsvik, fanden wir ein Zimmer. Es war ein neues Haus mit Zimmern, Küche und Aufenthaltsräumen. Hier übernachteten viele Montagearbeiter (500 Kronen). Wir feuerten noch die nördliche Seite der Bucht vor Ornsköldsvik um auf unser Soll zu kommen. Auf dem Rückweg sahen wir die Skischanze von Ornsköldvik. Der Auslauf der Schanze geht unter der Bahnlinie entlang. Interessante Konstruktion.

Donnerstag, 12.08.10 Von Skagsudde bis Umea 280 km, 46 Feuer Um 7:00 fuhren wir erstmal nach Europcar. Die Wartungslampe leuchtete. Das war nicht schlimm. Wir konnten unseren Urlaub mit diesem Mietwagen fortsetzen. Das schöne Wetter von gestern war vorbei. Es kam wieder Nebel auf. Die ersten Feuer waren nord-östlich von Örnskoldvik und standen draußen im Meer. Zum Glück verzog sich der Nebel und wir bekamen einige Feuer. Wir waren jetzt an der Höga Kusten. Von Härnösand bis hinter Örnskoldsvik ist die höchste Landhebung seit der letzten Eiszeit. 289 m hat sich das Land schon gehoben und es hebt sich immer weiter. Deshalb ist die Küste auch Weltkulturerbe. Wie die Landhebung aussieht? Steilküsten, Berge und Geröllfelder, die aussehen als hätte ein Bagger hier Kies abgeschüttet. Also unspektakulär. Mittags waren es 20°, aber es zog wieder Seenebel auf. Einige Feuer waren nicht zu kriegen, auch wegen dem falschen Winkel. Wir näherten uns Umea. Die Landschaft änderte sich. Die Berge waren weg und der Boden wurde sandig. Deshalb gab es auch viele Sandstrände. An der Südseite des Hafens von Umea machte Alex einige Fangschüsse von Feuern auf der industriellen Seite des Hafens. Man weiß ja nie ob man dort hin kommt. Während ich auf Alex wartete sah ich an einer Fabrik einen Marder. Beim letzten Feuer auf der Südseite, kurz vor dem Zentrum von Umea, verließ uns das Navi. Alle versuche sie neu zu starten scheiterten. Im Internet fanden wir ein Hotel und fuhren ohne Stadtplan und Navi dort hin. Es geht heutzutage auch noch ohne Hilfsmittel. ;-) Das Scandic Hotel Syd war sehr nett. Es hatte sogar ein Schwimmbad. Unser Zimmer lag weit hinten. Von der Halle bis zum Zimmer waren es 180 Schritte. Im Laufe des Abends lief ich einen Kilometer nur auf dem Hotelflur rum (870 Kronen). Ohne Hilfsmittel fuhren wir zu einem chinesischen Lokal (Eastern Palace, Storgatan 44) und fanden auch wieder nach Hause. Umea ist für schwedische Verhältnisse eine sehr große Stadt. Abends reparierte Alex mit Hilfe unseres Neffen in Deutschland und dem Internet das Navi.

Freitag, 13.08.10 Umea bis Burea 398 km, 36 Feuer Obwohl wir direkt an der E4 schliefen war die Nacht ganz ruhig. Mach das in Deutschland mal an der A3! Nach gutem Frühstück, man konnte sich am Buffet sogar Waffeln backen, starten wir nach McDonald's, um uns mit Kaffee einzudecken. Doch leider hatte man dort keine Milch, also für uns auch keine Latte. Im Nordosten von Umea war noch ein MD, doch als wir da waren stellten wir fest, dass er erst um 10:00 öffnete. So lange konnten wir nicht warten. Pech, der nächste MD ist wohl erst in Lulea, also noch zwei ganze Tagesreisen entfernt. Nach den restlichen Feuern von Umea fuhren wir die "sundige" Küste hoch. 13 km auf eine schmale Landzunge nach Rovägern und 13 km zurück zur E4. Dann ging es auf die Halbinsel Ostön und wieder zurück. Wieder ein Stück nordwärts und dann ab nach Norrfjärden. Das Wetter war richtig super mit Sonne und 25°. Weiter ging es nach Ratan. Hier gab es mal eine Schlacht gegen die Russen, aber das war schon 1809. Es gab noch ein paar Relikte in der Nähe des Leuchtturms. Bei herrlichem Wetter kurvten wir die Küste hoch. In Burea, 20 km vor Skeleftea, wollten wir Feierabend machen, aber hier gab es kein Hotel. Deshalb fuhren wir nach Skeleftea, obwohl wir dort feuertechnisch gar nichts zu suchen hatten. Die nächsten Leuchtfeuer standen nämlich in Skelefteshamn. Nach einiger Suche entschieden wir und für das Aurum Hotel, das etwas außerhalb lag. Es hatte angeblich 4 Sterne, aber 3 hätten es auch getan! Es gab zwar ein Schwimmbad aber ansonsten war alles normaler Standard (890 Kronen). Da es schon 20:30 war fuhren wir schnell in die Stadt zum Essen. In Schweden machen die meisten Restaurants schon um 21:00 zu. Wir gingen zum Griechen (Kriti) in der Kanalgatan 51 und saßen draußen auf dem Gehsteig. Wir ließen das Leben und amerikanische Straßenkreuzer an uns vorbei ziehen. Obwohl das Hotel wieder direkt an der E4 lag, war es auch hier total ruhig.

Samstag, 14.08.10 Skelefteahamn bis Lulea 353 km, 61 Feuer Nach einem guten Frühstück zogen wir um 8:10 los. Morgens waren es schon 22°. Die Leuchtfeuer von Skelefteahamn waren besser zu finden als erwartet. Hinter der Industrie waren noch Sommerhäuser. Das hilft. Über die E4 ging es nördlicher. Zum Glück war die Autobahn nicht so weit vom Meer entfernt. Da war dieses "Runter von der E4 und ran ans Wasser, zurück zur E4" nicht so kilometerintensiv. Um 15:30 waren wir am Pitsund angekommen. Hier war an der Einfahrt zum Sund eine befeuerte Brücke. 18 Stück standen um die Brücke rum. Das fanden wir arg übertrieben. Es folgten noch einige Feuer östlich von Pitea. Lulea nahte. Hier wollten wir übernachten. Doch zuerst wollten wir alle Feuer fotografieren, egal wie lang das dauerte. Kurz vor 20:00 waren wir fertig und fuhren zum ersten Hotel. Volltreffer! Das Hotel Nordkalotten war wie eine rustikale Skihütte aufgemacht. Alles war sehr gemütlich. Auf dem Gelände gab es ein riesengroßes Tipi-Zelt und antike Schlitten. Hier würde ich gerne mal im tief verschneiten Winter sein (690 Kronen).

Sonntag, 15.08.10 Von Lulea bis Nikkala 386 km, 62 Feuer Bei Sonne und blauem Himmel starteten wir um 8:00. Erstes Ziel war der McDonald's. Schließlich hatten wir seit Harnösand keine gescheite Cafe Latte bekommen. Übrigens, in Lulea gibt es bei McDonald's neben McDrive auch McParkering. Gestärkt fuhren wir nach Sandönsundet. Obwohl hier die Industrie von Lulea ist haben wir alle Leuchtfeuer bekommen. Weiter ging es die Küste lang. Hier sind viele Sumpfgebiete. Was ulkig ist - hier sind überall Hinweisschilder für Jetski. Bei Sonne und 20° kommen die einem komisch vor. Um 12:30 waren wir nur noch 90 km Autobahn von Haparanda (finnische Grenze) entfernt. Aber auf dem Weg lagen noch so viele Feuer an der Küste, dass wir nicht glaubten, die Stadt heute noch zu erreichen. Manchmal fragt man sich, ob derjenige der die Leuchtfeuer plant und aufstellt ein wenig betrunken war. Im kleinen Jachthafen von Lövskär waren 4 Leuchtfeuer. Im Hafen von Sören haben ein umgekipptes Oberfeuer und ein Unterfeuer ohne Lampe auch gereicht! Bei Töre geht eine Halbinsel ab die ordentlich befeuert ist. Wenig Fahrerei zwischen den Fischereifeuern. Alles gut zu kriegen. Die Gegend hier oben nennt sich übrigens schon Lappland, obwohl die Regionengrenze noch gut 200 km entfernt ist. Badskärsnäs rühmt sich sogar mit der ältesten lappischen Post. Nach dem Feuer auf der Halbinsel Seskarö machten wir Feierabend und fuhren ins 25 km entfernte Haparanda. Wir hatten es also doch geschafft! Die Hotelsuche war schwierig. Es gab kaum welche. Wir entschieden uns für das Wandererheim an der Strandgatan, direkt am Fluss Haparandaalv. Es kostete nur 480 Kronen. Zum Essen wollten wir zum Chinesen rüber nach Finnland. Leider hatte der schon zu. Also wieder Kebab und Pizza in Schweden.

Montag, 16.08.10 204 km, 8 Feuer Um 5:20 meinten 3 Angler, dass es für alle Zeit wäre aufzustehen. Also fingen wir an zu packen und das ohne Kaffee. Die Milch war schlecht. Um 7:15 waren wir auf der Suche nach den letzten 8 Feuern. Wetter: blauer Himmel, Sonne, aber nur 8°. Wir sind schon fast auf dem 66. Breitengrad. Das Nordkap ist nur noch 800 km entfernt. Um 10:15 schossen wir noch 2 Luftfahrtfeuer bei Lulea und fuhren dann zum Flughafen. Der ist total niedlich und klein. Man kann sich nicht verlaufen. Wir stiegen in Stockholm um und dann hatte uns die Hektik in Düsseldorf wieder. Tipps für Nordschweden: Die Autobahnen sind schön leer und es ist sehr entspannend hier zu fahren. Man sollte unbedingt Musik-CDs mitbringen. Die Sender spielen 4x die Stunde den aktuellen Hit. Bei und war es Lady Gaga und wir sind fast verzweifelt. In jeder Komune gibt es Hinweistafeln mit Hotels, Werkstätten und Restaurants. Meist sind auch Pläne zum Mitnehmen dabei Es ist gut frühzeitig ein Hotelzimmer zu suchen. Wer spät kommt, kriegt die Zimmer ganz hinten (beim Scandic Hotel 180m bis zur Rezeption). Die Restaurants schließen meist schon um 21:00. Campingplätze mit Stuga sind zwar toll, aber es fehlt die Infrastruktur. Zum Essen fährt man lange bis zur nächsten Stadt. Uns hat Schweden sehr gut gefallen, besonders der leere Norden.