Nord-Westfrankreich (07.09.2011 - 21.09.2011)

Mittwoch, 07.09.11 Von Duisburg nach Dunkerque und weiter nach Boulogne sur Mer 530 km, 40 Leuchtfeuer Alex und ich feuern jetzt seit 13 Jahren zusammen, aber Frankreich, was ja quasi vor unserer Haustür liegt, haben wir bisher gemieden. Zum Einen weil wir beide der französischen Sprache nicht mächtig sind und zum Anderen...keine Ahnung, irgendwie war uns das Land unsympathisch obwohl wir noch nie da waren. Deshalb fuhren wir voller Vorurteile los. Um 8:30 starteten wir mit unserem Nissan Note in Duisburg. Um uns schon mal auf Frankreich einzustimmen tankten wir zuerst bei Total (Krefelderstraße 137e, 47259 Duisburg). Schon in Krefeld standen wir im Stau. Aber danach kamen wir gut durch. Wetter: bedeckt bei 14°. Um 12:00 kamen wir in Dunkerque, unserem ersten Ziel, an. Wir kehrten bei McDonald's ein. Wer weiß, was die Franzosen so zu essen haben. Auf jeden Fall haben die Franzosen bei McDonald's frisch gezapftes Bier. Um 12:30 waren wir im Hafen am ersten Feuer. Hier waren zwar 19° bei einem Sonne/Wolken-Mix, aber es war sehr stürmisch dabei. Trotzdem musste Alex mit dem Fahrrad los. An der langen Mole des Bassin Maritim gab es richtige Sandverwehungen. Mit 4 Stopps hatten wir nach 2 Stunden die 22 Feuer der Stadt ohne Vorkommnisse abgegrast. D. h. man hat uns nicht verhaftet oder ähnliches ;-) Weiter ging es nach Gravelines. Ein netter Ort mit Hafen und großem Strand. Dort gab es viele Kite-Surfer. Alex musste wieder bei Sturm auf die lange Mole raus. Über eine schmale Landstraße fuhren wir nach Calais. Hier war es nicht so einfach an die sieben Feuer im Fährhafen zu kommen. Die Waterfront südlich von Hafen strotzt vor Bausünden aus den 70ern. Aber der Strand ist toll. Allerdings wehte dieser auf den Parkplatz und türmte hohe Verwehungen auf. Um 17:00 ging es über Sangatte weiter die Küste entlang zum Cap Gris-Nez. Eine traumhafte Strecke. Die Gegend ist hügelig und hat am Strand Steilküste. Überall hat man eine schöne Aussicht aufs Meer. Es gibt viele Hotels und Restaurants aber…keine Tankstellen! Wenn man von Norden nach Boulogne sur Mer kommt kann man den Hafen mit großer Mole von oben überblicken. Jetzt bei Sturm rollen die Brecher über die ganze Mole. Hier in Boulogne nahmen wir uns für 49 € ein Zimmer im Etap Hotel. Klein aber ok. Zum Essen wollten wir in ein Pub was wir im Navi fanden, entschieden uns aber um und gingen ins Lokal "Au Bureau" (12 Place Dalton, Boulogne sur Mer). Scheint eine Kette zu sein. Essen war aber okay. Anschließend fuhren wir in den Hafen und beguckten unsere Feuer in Aktion.

Donnerstag, 08.09.11 Von Boulogne bis St. Valery en Caux 319 km, 36 Feuer Möwengeschrei weckte mich um 7:10. Da war es aber noch ziemlich dunkel. Deshalb starteten wir erst um 8:30. Nach den Feuern von Boulogne ging es weiter zum Leuchtturm Cap d'Alprech. Der hat eine Treppe, die außen hoch führt. Auf dem Weg zu den nächsten Feuern an der Flussmündung des Canche kamen wir zum Glück an einem McDonald's vorbei. Kaffeeeeeeeee. Gestärkt und bei windigen 16° kamen wir in Etaples an. Das Örtchen an der Nordseite des Flusses Canche ist richtig hübsch. Über die Brücke kamen wir auf der Südseite nach Le Touquet. Hier gibt es einen Leuchtturm. Es gab auch einen in Berck Plage. Die Leuchtturmdichte ist ja in Frankreich enorm. In 30 km Entfernung lag unser nächstes Ziel, der hübsche Ort Crotoy. Hier ist die Landschaft wieder flach, ohne Steilküste. Weiter ging es auf der anderen Seite der Somme-Mündung zum Ort St. Valery. Auch hier ist es richtig nett. Über Le Hourdel und Cayeux ging es weiter nach Ault. Der Ort ist an den Steilhang gebaut. Vom Leuchtturm aus, der 95 m über dem Meer liegt, hat man einen tollen Ausblick. Weiter ging unsere Reise nach Treport. Hier gibt es viel Tourismus. Der Ort liegt am Fluss Bresle und ist an beiden Seiten von Steilküste eingekeilt. Das nächste Feuer war in Penly an einem Atomkraftwerk. Alex schoss das Bild vom Besucherzentrum aus. Kaum waren wir auf dem Rückweg, kam uns schon die Gendarmerie entgegen. Man darf ins Besucherzentrum und das AKW sehen, aber nicht fotografieren. Nachdem unsere Personalien überprüft waren und das Bild vom Leuchtfeuer in der Kamera angeblich gelöscht war, durften wir weiter fahren. In Dieppe, 15 km die Küste weiter südlich, waren die nächsten Feuer. Dieppe ist für normannische Verhältnisse schon eine Großstadt. Oben auf der Steilküste steht eine Kirche. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf den Hafen und den Ort. Der Küstenabschnitt zwischen Treport und Le Havre heißt Cote d'Albate. Von Dieppe bis St Valery en Caux haben wir die küstennahe Straße genommen, eine sehr schöne Strecke mit viel Aussicht. Für die 30 km von St Valery bis Fecamp nahmen wir aber die Schnellstraße. Es war schon 18:00, der Feierabend nahte. Ein Zimmer bekamen wir im Etap Hotel für 52€. Fecamp besteht aus einer Oberstadt mit der imposanten Kirche St. Etienne und einem Kloster und der Unterstadt mit dem Hafen. Dorthin fuhren wir zum Essen (Le Gyros). Die Franzosen haben übrigens einen Faible für Verteilerkreise. Die Gestaltung der Kreise ist sehr individuell, mal mit hübscher Kunst, mal mit schönen Blumen-Arrangements oder auch mal mit Kitsch in Form von überdimensionalen Gemüse-Attrappen.

Freitag, 09.09.11 Von Fecamp bis Le Havre 118 km, 79 Feuer Bei 18° und Nieselregen feuerten wir in Fecamp. Weiter ging es nach Yport, ein netter kleiner Ort an der Steilküste. Über die Küstenstraße fuhren wir nach Etretat. Das ist eine traumhafte Strecke mit Serpentinen und schöner Aussicht. Hinter Etretat zog Nebel auf, des Leuchtfeuers Tod! Zum Glück hatte er sich in Antifer verzogen. Nur beim Ober- und Unterfeuer hatte Alex Pech. Der Nebel kam zurück und er musste über nasse Wiesen zu den Feuern wandern. Nun warteten die vielen Feuer von Le Havre auf uns. Aber wenn man mal in einer Großstadt ist, sucht man sich erst ein McDoof (101 Quai Colbert) um Kaffee zu trinken. Danach fuhren wir zur Mole, von der die Hafenrundfahrt losging. Das Boot fuhr erst um 14:30. Also hatten wir noch über eine Stunde Zeit zum selber Feuern. Mittlerweile war es schwülwarm bei 20° geworden. Mit uns auf dem Boot war eine Reisegruppe Franzosen mittleren Alters. Teilweise waren Alex Objektive interessanter als die Hafenrundfahrt. Wir hatten eine gute Ausbeute. Bei 50 Feuern innerhalb von 1 ½ Stunden konnte man noch mal einen Kaffeestopp bei McDonald's einlegen. Da auf uns viel Nachbearbeitung wartete (ca. 400 Bilder von 79 Feuern wollten von der Kamera auf den Laptop übertragen und ausgewählt werden), nahmen wir uns ein Zimmer im Ibis Hotel (Harfleur) für 43,80€ (Wochenendtarif). Das Hotel lag im Stadtteil Harfleuer, östlich des Stadtzentrums am Canal de Tancarville. Dieser Kanal geht vom Hafen von Le Havre nach Tancarville an der Seine. So konnten früher Schiffe abkürzen. Heute sind die Schiffe auf der Seine viel zu groß für den Kanal. Gegenüber dem Hotel aßen wir im Steakrestaurant Poivre Rouge (Zac des Courtines, Harfleur). Anschließend machten wir noch einen Spaziergang am Canal de Tancarville. Hunderte von Hechten schwammen darin und Enten quakten laut nach Brot.

Samstag, 10.09.11 Von der Seine bis Dives sur Mer 213 km, 47 Feuer Wir bearbeiteten in Ruhe unsere Bilder und starteten erst um 10:00. Zuerst fuhren wir wieder zurück nach Le Havre, denn dort gab es ja den McDonald's. Dann ging es in entgegen gesetzter Richtung nach Tancarville. Um an das Ufer der Seine zu kommen muss man schlechte Schotterpisten in Kauf nehmen, und das mal wieder auf dem letzten Tropfen Sprit. Das muss ich dem Chef auch noch abgewöhnen. Ich kann auch ohne diesen Nervenkitzel feuern. In Tancarville gab's eine Tanke und ein paar Leuchtfeuer. Das Wetter war gut mit Sonne/Wolken-Mix und 20°. In Conteville überholten wir die Teilnehmer eines Radrennens. Leider fiel uns erst später auf, dass wir ja laufend rechts zur Seine abbiegen mussten und die Radfahrer bis Honfleuer gefühlte 100 Mal überholen mussten. In Honfleur war der Teufel los. Hier war Ziel des Radrennens und Volksfest. Radfahrer, Busse und PKW quetschten sich durch die schmalen Gassen der wunderschönen Altstadt. In Trouville/Deauville gab es endlich wieder Kaffee. Gestärkt feuerten wir den Ort ab. Am Hafen ist der Doppelort ganz nett, mit vielen Fachwerkhäusern. Ist fast wie in Südengland. Aber jetzt am Wochenende war es ganz schön voll mit Touristen. Also schnell weiter zum 15 km entfernten Ort Dives sur Mer. Über die Urlaubsorte Blonville, Villers und Houlgate fuhren wir dort hin. Drei Feuer gab es hier, zwei am Strand, eins an der Küstenstraße. Weil es schon 17:30 war, wollten wir Feierabend machen. Wir fuhren nach Caen zum Ibis Hotel (Herouville St Clair). Das war ein günstiger Startort weil morgen der Canal de Caen zu feuern war. Der verläuft von Caen im Landesinneren bis Ouistreham an der Küste.

Sonntag, 11.09.11 Vom Canal de Caen bis Barfleuer 252 km, 59 Feuer Es regnete! Das passte uns ja gar nicht. Die ersten 6 Feuer waren an der Brücke Viaduc de Calix. Danach stärkten wir uns mit McDonald's Kaffee und fuhren die Feuer am Kanal ab. Unten am Fährhafen Ouistreham standen 15 Feuer. Ich finde das ein bisschen übertrieben für eine Katamaran-Fähre. Wir folgten der Calvadosküste. Hier sind die Ladungsstrände des 2. Weltkrieges, Sword Beach, Juno Beach und Gold Beach. Die Küstenorte hier sind verschlafen schön. Sie wären noch schöner wenn nicht alle paar Meter ein Panzer, Denkmal oder anderes Kriegsgedönse rum stehen würde. Der Küstenabschnitt bis Gold Beach ist flach (klar, sonst hätten die Alliierten ja nicht so gut "landen" können!), danach wird es hügeliger und bei Arromanches ist die Steilküste wieder da. Nächstes Ziel war Port en Bessin. Das Wetter hatte sich wieder beruhigt. Es war trocken bei 18°. Grandcamp ist nicht so touristisch. Der Ort scheint auch neuer zu sein. Weiter nach Isigny. Der Ort ist berühmt für die normannische Butter. Es ist ein netter kleiner alter Ort. Er liegt etwas im Landesinneren, ist aber mit einem Kanal mit dem Atlantik verbunden. Die nächsten Feuer standen am Carentan Kanal. Auch hier verbindet der Kanal den Ort Carentan mit dem Meer. Über die Autobahn N13 fuhren wir nach St Vaast. Hier wollten wir eigentlich ein Zimmer suchen, aber es gefiel uns dort nicht. Also weiter nach Barfleuer, angeblich der schönste Ort der Normandie. Schön war er, aber ohne Hotelzimmer. Es war schon 19:15. Heute war der erste Abend an dem wir nicht innerhalb von 10 Minuten eine Unterkunft gefunden hatten. Deshalb fuhren wir ins 30 km entfernte Cherbourg, schon allein um noch etwas zu Essen zu bekommen. Wir stiegen im Ibis (50470 La Glaceri) ab (72€) und aßen im Buffalo Grill (50470 La Glacerie), einer Steak-Kette.

Montag, 12.09.11 Von Cap Levy nach Goury 151 km, 42 Feuer Es war stürmisch und es nieselte. Deshalb starteten wir erst um 10:00, aber nicht zum Feuer, sondern nach McDoof. Wenn man schon mal in einer Großstadt ist… Danach suchten und fanden wir ein Fotogeschäft (Sarl Artistic Photo, 12 Quai Alexandre III). Der Laden machte aber erst um 14:30 auf!!! Die spinnen, die Normannen! Die Hafenrundfahrt, die wir machen wollten fuhr auch erst um 14:00 ab. Deshalb fuhren wir erst zurück zum Cap Levy und feuerten dort und im Port Levy rum. Wieder zurück in Cherbourg machten wir die Hafenrundfahrt (13EUR/pP), vorbei an den großen Wellenbrechern und den Forts aus dem 2. Weltkrieg. Um 16:00 hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen. Wir feuerten die Küste westlich von Cherbourg entlang. Die Halbinsel La Hague erinnert von der Gegend her total an Südengland. Man merkt, dass das Land mal zusammen gehangen hat. Außerdem gibt es auch Steinmauern, Hecken und schmale Straßen. Auch architektonisch erinnert alles an England. Wir sind die küstennahe Straße gefahren. Man kommt durch kleine Ortschaften, mit schmalen Sträßchen, die schon viel älter sind als Autos. Es wäre hier der schönste Platz der Erde, wenn die Wiederaufbereitungsanlage La Hague nicht hier wäre. Der Komplex ist riesig. Aber oben am Cap de la Hague ist die Welt wieder in Ordnung. Trotz der Reisebusse voll mit Rentnern. Zurück in Cherbourg nahmen wir ein Zimmer im B&B Hotel, einer Billigkette (54€). War alles ein wenig beengt, aber egal. Nach dem Essen bei Uncle Scott, einer Pizzakette (Rue des Metiers), ließen wir den Abend mit der Bildernachbearbeitung ausklingen.

Dienstag, 13.09.11 Von Dielette (Normandie) nach Cancale (Bretagne) 328 km 34 Feuer Wie immer starteten wir von McDonald's aus. Ohne Kaffee keine Leuchtfeuer. Der Himmel war blau bei 14°. Im Hafen lag die Queen Mary II. Das Kreuzfahrtschiff war höher als das 4-stöckige Hotel dahinter. Wir mussten noch ein Oberfeuer in der Militärbasis von Cherbourg suchen. Danach ging es an die Westseite der Halbinsel La Hague nach Dielette. Hier ist ein Fährhafen zu den Kanalinseln die in Sichtweite vor der Küste liegen. Weiter nach Cateret. Ein schöner Ort, an dessen Hafeneinfahrt eine Dünenlandschaft liegt. Die Marina ist durch einen Kanal mit dem Meer verbunden. Bei Ebbe läuft Wasser über eine Art Wehr aus dem Hafenbecken. So bleibt immer genug Wasser im Becken damit die Boote nicht trocken fallen. In Portbail hatten wir Glück. Der Wochenmarkt wurde gerade geräumt. Wenn wir früher gekommen wären, wären wir nicht durch gekommen. Die Hafenanlage ist vorgelagert und durch eine Brücke erreichbar. An der Küste südlich von Portbail verändert sich die Landschaft. Vorher waren mehr Weiden, jetzt ist mehr Landwirtschaft wie Lauchanbau. Außerdem gibt es viele mit Gras bewachsene Dünen. Auf unserem Weg überholten wir eine Kolonne Austernbauern mit ihren Treckern. Am Leuchtturm Ronquet trafen wir sie wieder. Sie fuhren mit den Treckern raus ins Watt zu den Austernbänken. Granville ist eine große Stadt, die natürlich auch einen McDoof hat ;-) Und eine große Hafenanlage. Die meisten Leuchtfeuer sind auf einem überspülten Wellenbrecher. Das nächste Feuer in Cancale war Luftlinie nur 25 km entfernt. Zu fahren waren aber 86 km, denn dazwischen lag die Bucht von Mont Saint Michel. Wir wollten beim Mont einen Zwischenstopp einlegen. Bei der Hinfahrt über den Damm sahen wir schon den Stau auf der Gegenfahrbahn. Bei der Einfahrt zum Parkplatz schossen wir Fotos aus dem Autofenster und fuhren über einen Schotterweg, der parallel neben der normalen Straße verlief, zurück. Ohne Stau! Soviel zum Thema Mont St. Michel. Wir sind eben Kulturbanausen. Wir verließen die Normandie und waren nun in der Bretagne. In Cancale saßen die Schönen und weniger Schönen in der Abendsonne und schlürften Austern. Nix für uns. Deshalb fuhren wir weiter nach St. Malo. Unterwegs noch schnell zwei Leuchttürme geknipst und dann zum B&B Hotel gefahren. Wir bekamen wieder ein 4 Bett- Zimmer. Direkt neben dem Bett geht eine steile Treppe nach oben. Dort ist ein weiteres kleines Zimmer. Die obere Etage brauchten wir zwar nicht, aber so hatten wir mehr Kopfkissen. Bei der Restaurantsuche kamen wir nach Ville Close, der Altstadt von St. Malo. Sehr bedrohlich. Hinter hohen Mauern mit Wehrtürmen liegen 4-geschossige Wohnhäuser. Die Straßen sind sehr eng. Nichts für mich. Deshalb aßen wir außerhalb der Altstadt in einem kleinen Restaurant am Hafen (L'Abri Cotier, 45 Quai Dugay-Trouin, 35400 Saint Malo).

Mittwoch, 14.09.11 Von St. Malo nach St. Brieuc 163 km, 37 Feuer Bei blauem Himmel und 13° starteten wir um 9:45. In St Malo war der erste Hafen, an dem man nicht kostenlos parken konnte. Außerdem waren überall Schranken. Deshalb parkte Alex mich kostenpflichtig mit Blick auf die böse Altstadt und feuerte den Hafen per Rad ab. Um 11.30 fuhren wir zum Sperrwerk von St. Malo. Es ist das erste Gezeitenkraftwerk und wurde von 1961-66 gebaut. Vom Parkplatz aus hat man eine schöne Aussicht auf St Malo. Weiter nach Dinard. Hier shoppten wir ein wenig in einem Laden mit regionalen Erzeugnissen (also eher Touri-Andenken). Nachdem die Bucht von Dinard abfotografiert war, ging es weiter nach St Briac. Die ganze Küste hier ist sehr zerklüftet. Mittlerweile war es schön warm geworden. St Briac ist ein schönes altes Städtchen. Überhaupt ist die Gegend hier in der Bretagne wunderschön. Die zerklüfteten Felsen wechseln sich mit langen Sandstränden ab. Über St. Cast fuhren wir zum Cap Frehel. Hier haben wir uns wie anständige Touristen benommen und sind am Kap spazieren gegangen. Schön, wenn man Zeit beim Leuchtfeuern hat. Über Erguy und Dahouet ging die Fahrt weiter Richtung St Brieuc. Der Hafen von St Brieuc heißt Le Legue. Er ist nicht sehr groß. Ein langes Schiff lag am Kai. Es lag allerdings auf dem Boden denn es herrschte Ebbe. In Brieuc nahmen wir ein Zimmer im Hotel Au Chene Vert für 69€. Das Zimmer war in einem Häuschen und hatte Motelcharakter. Nach dem Essen fuhren wir noch mal zum Hafen Le Legue und siehe da, keine 3 Stunden später war das Hafenbecken wieder voll Wasser und das Schiff schwamm.

Donnerstag, 15.09.11 Von Binic nach Perros Guirec 211 km, 35 Feuer Bei Sonne fuhren wir zum ersten Feuer nach Binic, ein netter Ort an der Steilküste. Danach ging es weiter nach St. Quay Portrieux. Dort standen einige Feuer. Über Nebenstraßen fuhren wir zum Kap Pointe de Bilfot. Die Strecke ist sehr empfehlenswert. Man hat phantastische Ausblicke über die Bucht von Paimpol mit den vielen Inselchen und Felsen. Es hat schon was von Schären. Hier in diesem Teil der Bretagne wird gälisch gesprochen. Auch die Straßenschilder sind zweisprachig. Als nächstes war der Fluss Trieux an der Reihe. Er war befeuert, aber die Leuchtfeuer waren schwer zu erreichen weil der Fluss teils zugebaut war, teils war das Ufer zu bewachsen. Wir umrundeten die Halbinsel Sauvage über kleine Gässchen und Nebenstraßen. Hier gibt es viel Landwirtschaft wie Kohlanbau und Artischocken. Wenn hier an der Küste Ebbe herrscht, dann wird kein Sandstrand freigegeben, sondern Felswüste. So auch in Port Blanc. Hier ist bei Ebbe nur ein riesiger Granithaufen. Um 16:15 kamen wir bei Sonne und 20° in Perros-Guirec an. Das Oberfeuer von Perros lag so weit im Landesinneren, dass wir schon fast in Lannion waren. Und dort gab es einen McDonalds'. Also nix wie hin, denn wir waren total unterkoffeiniert. Im Hafen von Perros gab es wieder ein Becken, in dem das Wasser bei Ebbe drin blieb, damit die Boote nicht trocken fallen. Bei Ploumanac'h ist die rosa Granitküste. Hier steht auch ein Granitleuchtturm, der im Leuchtfeuerverzeichnis mit Farbe "pink" beschrieben ist. In Ploumanac'h gab es das Hotel Le Phare (22700 Perros Guirec). Bei dem Namen muss man zuschlagen. Für 57€ bekamen wir ein kleines einfaches Zimmer. Vom Bad aus hatte man einen schönen Ausblick auf den keinen Hafen und den Leuchtturm Guen Braz. Im hauseigenen Restaurant aßen wir zu Abend. Ich hatte Glück mit Moule et Frites. Alex hatte bei seinem Fisch ein paar Beilagen, die er nicht mochte, aber meine Fritten waren ja da.

Freitag, 16.09.11 Von Guen Braz nach Aber Wrac´h 255 km, 31 Feuer Um 9:30 legten wir bei Windstille und Sonne los. Nach 4 Leuchtfeuern war es strategisch richtig und wichtig wieder nach Lannion zu fahren. Der Kaffee rief. Wir nahmen direkt wieder 4 Stück. Man weiß ja nie was noch so kommt. Von der Bucht von Lannion ging es weiter zur Bucht de Morlaix. Am nordöstlichen Kap Pointe de Primel sahen wir zum ersten Mal die Algenplage. Sieht aus wie Rasenschnitt am Strand. Um 14:30 waren wir in Roscoff, dem nordwestlichen Ende der Bucht, angekommen. Hier ist ein großer Fährhafen, in dem die Schiffe nach England abgehen. Zwischen Fährhafen und Stadt liegt eine kleine Kapelle auf einem kleinen Kap. Von hier aus hat man einen schönen Ausblick auf die Bucht und die Ile de Batz. Weiter ging es nach Mogueriec, einem kleinen Kaff mit viel Landwirtschaft. Es ist übrigens kein Klischee, dass Franzosen immer und überall mit einem Baguette rumlaufen. Das ist wirklich so. Die Baskenmütze wird auch getragen und Boule spielen die Franzosen auch viel. Was mir neu war, ist, dass die Franzosen keine Waschanlagen für die Autos haben sondern nur Waschplätze zum selber waschen. Das nächste Feuer war 25 km entfernt auf dem Kap Pontusval. Das Wetter war wieder richtig gut bei 25° und Sonne/Wolken-Mix. Wir waren mittlerweile an der Nordseite von Finisterre angekommen. Die Küste hier ist ziemlich "zerrissen". Es gibt aber richtig schöne Orte wie zum Beispiel Lilia. Das nächste Ziel war der befeuerte Fluss Aber Wrac`h. Der Name ist keltisch, bzw. gälisch. "Aber" heißt Fluss, das wissen wir noch aus Schottland. Im Ort Aber Wrac`h nahmen wir ein Zimmer im Hotel Le Libenter für 70€ (200 Ar Palud). Die Zimmer waren neu und mit schönem Badezimmer ausgestattet. Nach dem Essen in einem kleinen Restaurant (Pizzeria La Palue, 230 Ar Parlud) bummelten wir noch am Hafen entlang und beguckten unsere Leuchtfeuer in Aktion.

Samstag, 17.09.11 Von Portsall nach Ile de Longue 228 km, 51 Feuer Es regnete und die Fernsicht war gleich Null. Dabei standen heute so viele Leuchttürme draußen auf dem Meer auf dem Programm. 1 ½ Stunden später am ersten Feuer in Portsall hatte es aufgehört zu regnen und der Leuchtturm war auch zu sehen. Glück gehabt. An der Mündung des Aber Ildut fanden wir eine lustige Leuchtfeuerkonstruktion. Die vordere Hütte hatte eine rote Scheibe, die hintere das Licht. Die Konstruktion war nur aus einem bestimmten Winkel als Leuchtfeuer zu sehen. Das Fotografieren war deshalb schwierig. Am Pointe de Corsen gab es noch so eine Konstruktion. Die Franzosen scheinen das zu mögen. Hier am Pointe de Corsen ist die offizielle Trennung von Ärmelkanal und Atlantik. Über eine tolle Strecke fuhren wir an der Küste entlang nach Le Conquet. Oberhalb der Stadt posierte ein Brautpaar im Nieselregen. Man kann sich das Wetter halt nicht immer aussuchen. In St Mathieu stehen zwei Leuchttürme auf dem Gelände einer Klosterruine. Die ältesten Teile der Kirche sind aus dem 12. Jahrhundert. Die Anlage war einen Bummel wert. Der Ort St.Mathieu ist nur ein kleines Kaff. In früheren Zeiten war es die bedeutendste Stadt hier an der Einfahrt nach Brest. Der nächste Leuchtturm namens Minou liegt wunderschön. Hier ist auch ein altes Fort das man besichtigen kann. Die ersten Feuer von Brest lagen im Militärhafen und waren dementsprechend schlecht zu fotografieren. Alex parkte mich im Port de Comercial und machte die über 20 Feuer von Brest mit dem Rad. Außerhalb von Brest an der Brücke über den Fluss Elorn waren noch ein paar Leuchtfeuer. Dann machten wir uns an die 56 km lange Umrundung der Rade de Brest. Nach einer halben Stunde waren wir an der Ile Longue, eine langgezogene Halbinsel die von Militär nur so wimmelt. Hier sollen U-Boote unterirdisch liegen. Überall stehen natürlich "Fotografieren verboten"-Schilder herum. Alex schoss die 10 Feuer aus dem Auto. Danach suchten wir in Camaret ein Zimmer. Wir hatten Glück. Das Hotel Bellevue lag oberhalb des Hafens. Wir hatten einen fantastischen Ausblick auf den Hafen und die Einfahrt nach Brest. Eine kleine Küchenzeile und zwei Mini-Balkons gehörten zum Zimmer für 75€. Gegessen haben wir im Restaurant L'Emigrant (29570 Camaret sur Mer). War sehr lecker und reichhaltig. Abends konnten wir die fünf Feuer vom Bett aus in Aktion sehen.

Sonntag, den 18.09.11 Von Camaret nach St Guenole 223 km, 43 Feuer Erst spät um 10:15 waren wir am ersten Feuer, das ja quasi vor der Haustür lag. Der Himmel bot einen Sonne/Wolken Mix bei stürmischen 14°. Das nächste Ziel war Pointe du Toulinguet, ein baumlose Klippenlandschaft mit Heidebewuchs. Leider war auf dem Kap ein abgesperrtes Militärgebiet. Dafür gab es aber einen wunderschönen Strand. Auch am nächsten Kap, dem Pointe de Espagnols, wimmelte es von Militär. Die Einfahrt von Brest scheint sehr schützenswert zu sein. Weiter ging es nach Morgat, einem netten Seebad. Der Unternehmer Peugeot hat hier den Tourismus gefördert. Oberhalb des Ortes gibt es einen Leuchtturm, der nur über kleine Waldwege zu erreichen ist. Gut wenn man ein Navi hat. Nun umrundeten wir die Bucht von Douarnenez. Auf der 50 km langen Strecke sahen wir wieder die fiesen Algen. Im Ort Douarnenez gab es einen McDonald's. Wir nahmen wieder 4 Kaffee mit. Man weiß ja nie… Der Ort ist ganz nett. Er geht in den Ort Treboul über. Von der Schleuse aus hat man einen guten Blick auf die Ile Tristan. Auf ihr stehen hübsche Häuser und ein Leuchtturm, der leider fast von Bäumen verdeckt ist. Nach dem Leuchtturm am Pointe du Millier fuhren wir die Küste entlang zum Pointe du Raz. Von hier aus kann man sechs Leuchttürme auf vorgelagerten Inseln sehen. Kostet allerdings auch 6€ Eintritt. Dafür kann man in Souvenirläden bummeln und in Cafes gehen. Um 15:30 ging es weiter nach Audierne, einen größeren Ort mit einigen Leuchtfeuern. In Pors Poulhan stärkten wir uns mit Crepe für die 35 km lange Überfahrt nach Guenole. Das ist ein kleiner Ort mit riesigem Hafen. Es gibt eine Fischfabrik. Deshalb macht man wohl diesen maritimen Aufwand von 10 Feuern. Wetten, dass die Fischer keins der Feuer zum Navigieren benutzen?! Auf der anderen Seite des Ortes, offiziell schon Penmarc'h, steht der Leuchtturm Phare d'Eckmühl, ein hoher imposanter Turm. Kurz vor dem Leuchtturm steht direkt am Meer eine alte Kirche. An der Westseite (Wind) gibt es keine Fenster. Bei Sturm klatschen die Wellen an die Kirchenmauern. Wir entschieden uns für das Hotel Les Ondines (29 Penmarch). Wir hatten ein Zimmer unterm Dach mit Blick auf den Leuchtturm und Ober- und Unterfeuer. Gegessen haben wir direkt am Leuchtturm (L'Ak Atao, Place Marechal Davout, 29760 Penmarch). Dort gab es leckere Muscheln. Im Dunkeln stellten wir uns vor das Hotel und hatten einen guten Ausblick auf die 10 Feuer. Aber der kalte Sturm fegte uns fast von der Promenade.

Montag, den 19.09.11 Von Kerity nach Doelan 245 km, 51 Feuer Der Himmel war grau als wir starteten. Über Kerity ging es weiter nach Guilvinec. Hier warteten wir einen Schauer ab. Schön, wenn man schon 540 Feuer hat und sich längere Pausen leisten kann. Dann legten wir einen Stopp beim Bäcker ein und versorgten uns mit Süßem und Herzhaften. Gestärkt ging es weiter nach Lesconil und von dort nach Loctudy. Hier kam endlich die Sonne raus. In Pont L'Abbe tranken wir Kaffee. Der Ort hat einen schönen Naturhafen. Wir umrundeten die Bucht von Benodet. Wo ist die Bake? Immer auf der Suche nach Motiven Über Pt. Mousterlin und Beg Meil ging es weiter zum Cap Coz. Das liegt in der Baie de la Foret. Hier ist viel Tourismus. Leider ist der ganze Strand voll Algen. Das nächste Ziel war Concarneau, ein großer Ort. An der ganzen Promenade gab es keinen freien Parkplatz. Das hatten wir im ganzen Urlaub noch nicht erlebt. Das Unterfeuer war auf einem öffentlichen Klo installiert. Alex musste dort natürlich pinkeln. Concarneau hat wie St. Malo eine Close Village, eine Altstadt in einer Festung. Diese ist aber nicht so bedrohlich wie die von St. Malo. Wir fuhren die Küste entlang Richtung Port Manech. Danach ging es weiter nach Doelan. Hier gab es zwar viele schöne Dörfer, aber keine Unterkünfte. Deshalb fuhren wir über die Autobahn ins 30 km entfernte Lorient. Hier stiegen viele Monteure in den billigen Hotelketten ab. Deshalb waren im B&B Hotel, im Etap und einem No-Name-Hotel keine Zimmer mehr frei. Das Ibis war zwar auch voll, aber Alex ließ seinen Charme spielen und bekam dort einen Gutscheinzettel für das All Seasons Hotel (758 rue Pierre Landais, 56850 Caudan). Nach weiteren Verhandlungen bekam Alex in dem 3-Sterne-Hotel ein Zimmer für 82 € statt für 130€. Das Zimmer war toll. Unter dem Bett war blaues Licht. Das WC war separat. Das restliche Bad war durch eine Glaswand vom Zimmer getrennt. Man konnte also von der Dusche aus ins TV gucken oder vom Bett aus dem Duschenden zusehen. Wir fanden ein Lokal, in dem ich meine heißgeliebten Muscheln bekam und Alex Pizza essen konnte (Les Oliviers, Rue Faraday, 56600 Lanester).

Dienstag, 20.09.11 Von Lorient nach Haliguen 130 km, 55 Feuer Nachdem wir uns bei McDonald's mit Kaffee eingedeckt hatten, fuhren wir zum Kap südlich von Lorient. "Lorient" heißt so, weil er geplant und gebaut wurde für den Orienthandel. Hier wurden Waren und Sklaven umgeschlagen. Vom Jachthafen aus konnte Alex einige Feuer fotografieren. Danach fuhren wir zum Museum. Auch von hier aus wurde Alex fündig. Die Stadt hat außer dem großen Naturhafen nicht viel zu bieten. Das Wetter war gut, 20° und Sonne. Auf der anderen Seite von Lorient steht das Fort Louis, eine alte Wehranlage. Auch hier waren einige Feuer. Um 15:00 waren wir mit der Stadt fertig. Bei Sonne fuhren wir zum 20 km entfernten Ort Etel. Hier ist die Flussmündung befeuert. Nun fuhren wir zur Halbinsel Quiberon, die unweit von Carnac ins Meer ragt. Auf dem Weg bewunderten wir das Megalithenfeld von Kerzerho. 1129 Menhire stehen auf einer Strecke von 8 km. Quiberon ist sehr touristisch, besonders Port Maria. Besser war es in Port Haliguen. Hier ist außer dem großen Fischerei und Jachthafen nicht viel. Wir fragten im Hotel Haliguen nach einem Zimmer (10, Place de Port Haliguen). Es war zwar klein, hatte aber einen Balkon mit Blick auf den Hafen (74€). Für den letzten Abend ist so ein Ausblick schon ein grandioser Abschluss. Natürlich haben wir uns im Dunkeln noch die Feuer in Aktion angesehen.

Mittwoch, den 21.09.11 Von Quiberon nach Duisburg 1069 km, 6 Feuer Heute ist Abfahrtstag. Schön, wenn man mit dem eigenen Auto unterwegs ist und nicht richtig packen muss. Man schmeißt alles in den Wagen und los geht's. Aber noch war der Urlaub nicht zu Ende. Wir hatten noch 6 Feuer auf dem Programm, damit wir im nächsten Jahr einen guten Anfang ohne viel Fahrerei haben. Zuerst fuhren wir die 22 km nach Trinite, das liegt neben Carnac. In Carnac ist übrigens mittwochs Wochenmarkt. Um 10:00 morgens war es schon 20° warm, aber bewölkt. Trinite hat einen großen Jachthafen und liegt am Fluss Crac´h. Hier soll es auch viele Austernbänke geben. Über Auray ging es weiter nach Penboch, südwestlich von Vannes. Die Feuer sind nicht am Meer sondern an dem großen Golfe du Morbihan. Das letzte Feuer schossen wir um 11:30. Nun hatten wir etliche Stunden Heimfahrt vor uns. Das Navi sagte: 989 km! Ab Rennes fuhren wir mautpflichtige Autobahn. Die ging bis vor Paris und kostete 27,40€ für 268 km. Am Pariser Ring hatten wir natürlich Stau, aber ansonsten kamen wir gut durch und waren um 22:00 zu Hause. Unser Fazit für Frankreich: Frankreich ist ein optimales Land um "Leuchtfeuern" zu lernen. Wir haben von 647 angefahrenen Seezeichen nur eins nicht bekommen. (liegt im Port 2000 von Le Havre). Übernachtungsmöglichkeiten zu finden ist an der französischen Küste überhaupt nicht schwer. Da war es mit dem Essen etwas komplizierter. Das lag aber auch an Alex, der nicht alles isst. Es war ein entspannter Urlaub mit nur einer "Fast-Verhaftung". Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.