Südliche Ostküste USA (13.04.2012 - 02.05.2012)

Freitag, 13.04.12 Von Düsseldorf über Norfolk nach Virginia Beach 13 Meilen, 1 Leuchtfeuer Um 13:15 flogen wir mit der Air Berlin über New York nach Norfolk, VA. Alex hatte schon am Vorabend eingecheckt. Leider hatte die Buchung der XL-Sitzplätze nicht geklappt. Dafür haben wir 3 Plätze in einer 4er-Reihe bekommen. Das ging auch. Nach 8 Stunden landeten wir um 15:15 Ortszeit in New York, ohne zig Ehrenrunden über Long Island zu drehen oder ewig auf dem Taxiway rumzugurken. Das war auch gut so, denn unser Weiterflug war um 17:00. Eine Mitarbeiterin von Air Berlin lotste uns durch die Einreisekontrolle doch am Kofferband war auch sie machtlos. Es kam und kam nichts. Nach einer gefühlten Ewigkeit schleppten wir dann unser Gepäck durch den Zoll und zum nächsten Check-In. Wir mussten nun durch die normale Sicherheitskontrolle wie alle anderen Passagiere. Da war natürlich Stau. Irgendwie schafften wir es doch um 16:45 am Gate nach Norfolk zu sein. Die AA-Maschine war klein, hatte ca. 50 Sitzplätze. Nach 50 Minuten ruhigem Flug landeten wir in Norfolk. Für uns war schon Mitternacht. Die Koffer kamen schnell und auch den Mietwagen hatten wir zügig. Es war ein Kia Forte. Nettes Auto mit großem Kofferraum und guten Ablageflächen für Leuchtfeuerer. Am Flughafen schossen wir das erste und letzte Feuer des Tages. Danach fuhren wir ins vorab gebuchte Hotel Red Roof. Wir gingen noch was einkaufen und aßen einen Burger bie McDoof (5761 E Virginia Beach Boulevard) bevor wir todmüde um 21:30 OZ ins Bett fielen.

Samstag, 14.04.12 Von Norfolk zum Back River, VA 108 Meilen, 61 Leuchtfeuer Um 5:00 waren wir natürlich wieder fit. Nun war Packen angesagt. Das Fahrrad und der Kühlschrank fanden ihren Platz auf der Rückbank, der Reservekoffer und der Aktuelle passten in den Kofferraum, ebenso wie Schuhe und Jacken. Bad, Küche mit Fön und Wasserkocher fanden in der Reisetasche ihren griffbereiten Platz. Wenn man fast 3 Wochen im Auto lebt und jeden Abend wo anders schläft, dann muss man schon gut organisiert sein. Um 8:00 fuhren wir den ersten Dunkin‘ Donuts der Reise an. „Heaven is a place on earth” sagte Alex als er seinen Lieblingskaffee in der Hand hielt. Das erste Leuchtfeuer am Elisabeth River war direkt mit einer Wanderung verbunden. Viele Feuer standen im Industriegebiet und waren schwer zu erreichen. Alex musste viel wandern und durch Zäune knipsen. Ich habe den Fluss nie gesehen. Zum Wetter: morgens waren es nur 10°, doch schon um 9:30 ging die Temperatur auf 17° hoch. Um 11:30 fuhren wir zum Anleger nach Norfolk, um bei der Hafenrundfahrt mit zu machen. Hier waren wir mit Mike und seiner Frau verabredet. Die beiden sind auch Leuchtturm begeistert und wollten uns Leuchtfeuerer mal in Action sehen. Die Tour kostete 40$ und dauerte 2 Stunden. Sie führte an den militärischen Anlagen von Norfolk vorbei. Die Männer waren total begeistert von Kriegsschiffen, U-Booten und Flugzeugträgern. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Da waren die Delfine im Hafenbecken interessanter. Auf dem Schiff war es trotz Sonne ziemlich kalt. Ich war froh als die Tour um 13:30 vorbei war. Mit 35 Feuern in der Tasche fuhren wir wieder zum verzweigten Elisabeth River. Diesmal behinderten uns Wohngebiete. Zum Glück Mittelstand, d. h. man konnte zwischen den Häusern aufs Wasser fotografieren ohne das Security kam. Am nördlichen Ende von Norfolk an der Willoughty Bay konnte ich endlich wieder das Meer sehen, ohne Industrie oder Häuser davor. Über die 64 fuhren wir rüber nach Hampton. Dort waren zwei Feuer am Buckroe Beach. Hampton ist wie Norfolk ziemlich unspektakulär. Immer die gleichen amerikanischen Siedlungen in arm, Mittelstand oder reich. Hier war viel schwarze Bevölkerung. Und Rhododendron Büsche in allen Schattierungen. Die Sonne stand noch hoch am Himmel, frischen Kaffee hatten wir auch, also weiter zum Back River. Wir hatten hier an der Mobjack Bay und am York River noch eine Lücke vom letzten Jahr. Um 19:00 hatten wir die Südseite des Rivers, der eher eine verzweigte Bucht ist, fertig. Die Langley Air Base hatte eine Ausweichlandebahn für Space Shuttles. Am Übergang zur Air Base war ein Travelodge Hotel. Hier nahmen wir ein Zimmer für 56$ und holten uns Essen beim Chinesen.

Sonntag, 15.04.12 Vom Back River zum York River, VA 138 Meilen, 50 Feuer Ich hatte ja befürchtet, dass es laut werden könnte. Ich dachte, die Soldaten der Base bestellten sich „Damen“ ins Hotel. Es war laut, aber nicht von solchen Damen, sondern von einer gefühlten 15-köpfigen schwarzen Familie, die mit Kindern bis weit nach Mitternacht lautstarke Unterhaltungen führte. Wir starteten erst um 9:30 weil Alex von gestern so viele Fotos nachbearbeiten musste. Nun war die Nordseite des Back Rivers dran. Zum Glück gab es zwei Bootsrampen von denen aus wir die restlichen 10 Feuer fotografieren konnten. Ansonsten war hier nur Marsch. Weiter ging es durch das Gewusel von Buchten, Fjorden und Marschland. Es war sonnig bei 26°, aber windig. Mitten im Nichts an der 17 war eine Mall mit Kaffee. Endlich! Gestärkt ging es weiter. Um 14:00 waren wir an den Mündungsfeuern des York River angekommen. Hier ist plötzlich Schluss mit Marsch und idyllischem Leben auf dem Land. Hier sind Raffinerien, Öltanks und Powerstation. Die Feuer waren aber gut zu kriegen. Die letzten beiden Feuer vor der Coleman Memorial Bridge waren im Yorktown Battlefield Historical Park. Hier steht u. a. das Moore House von 1862. Das ist für amerikanische Verhältnisse uralt. Für uns ist das nichts. Unser eigenes Haus ist nur 50 Jahre jünger ;-) Außerdem hat sich am Baustil nichts geändert. Ob ein Haus 150 Jahre oder nur 3 Jahre alt ist fällt hier nicht groß auf. Weiter ging es am Ware River der in die Mobjack Bay mündet. Die Überfahrt war 24 km lang. Aber wir fanden Kaffee auf der Fahrt. Nach dem Ware River ging es weiter zum Severn River und zur Browns Bay. Um 17:30 waren wir wieder an der Nordseite der Coleman Bridge angekommen. Nun war der Upper York River dran. So heißt der York River westlich der Coleman Brücke. Nach zwei Feuern suchten wir uns ein Motel weil am Upper York wenig Infrastruktur war. Im Tidewater Motel in der Nähe von Hayes nahmen wir ein Zimmer im hinteren Bereich zum Pool hin. Pool war übertrieben, es war eher ein Quanzebecken! Die 69$ waren absolut überteuert, aber hier in der Einöde hat man wenig Alternativen. Gegessen haben wir in einem italienischen Restaurant an der 17 (Sal's Sicilian Pizza, 2520 George Washington Me).

Montag, 16.04.12 Vom Upper York River bis Lynnhaven, VA 217 Meilen, 43 Feuer Wir hatten ein ruhige Nacht und morgens Besuch von einer Katze. Um 7:45 starteten wir bei 21° zuerst nach Mc Donald‘s um Kaffee vor der Wildnis zu fassen. Heute war der Upper York dran. Flüsse sind in den USA erfahrungsgemäß schlecht zu feuern. Als wir mal wieder verbotenerweise in eine Privatstraße fuhren, liefen Krebse und Schildkröten über den unbefestigten Weg. Kurz danach kamen uns zwei Waschbären entgegen. Um 12:30 waren wir in West Point. Bis hierher ist der Fluss befeuert. Nun ging es an der Südseite wieder Richtung Osten weiter. Mittlerweile waren es 29° aber mit dem Wind war es erträglich. Zwischendurch mussten wir rüber zum James River weil hier auch noch ein paar Feuer fehlten. Viel Fahrerei, aber durch angenehm leere Gegend. Ein Feuer stand im York River State Park. Ist ein schöner Park, kann man empfehlen. Der Eintritt ist mit 2 $ auch moderat. Nachdem wir die beiden Flüsse um 15:45 fertig hatten kamen noch drei Feuer in Newport News dran. Nun hatten wir die Lücken des letzten Jahres geschlossen und fuhren nach Lynnhaven bei Virginia Beach. Zum Glück bekam man von Lynnhaven Inlet aus sechs Feuer. Damit kamen wir auf unser Tagessoll und machten Feierabend. Im Travelodge nahmen wir ein Zimmer (78$) und holten uns beim Chinesen was zu Essen.

Dienstag, 17.04.12 Von Broad Bay, VA bis Ocracoke, NC 261 Meilen 61 Feuer Bei angenehmen 22° fuhren wir um 8:15 los. Die ersten Feuer standen an der Broad Bay, einer besseren Wohngegend östlich von Virginia Beach. Um 10:00 hatten wir die Bay fertig und machten uns an die 150 km lange Überfahrt nach Duck, unserem ersten Ziel in North Carolina. Es ging erst über die 165, dann über die 168. Die war zum Glück zweispurig ausgebaut, kostete aber auch 3 $ Toll. North Carolina ist noch flacher als Virginia (falls das überhaupt geht!). Hier gibt es mehr Wiesen und Felder, aber auch Wald und natürlich Marsch. In Duck, einem kleinen Ort auf einer schmalen Landzunge, die NC vorgelagert ist, war das Feuer auf einem Pier. Nun fuhren wir 50 km die Landzunge Bodie Island runter nach Roanoke Island. Diese lag im Pamlico Sound. Von North Carolina aus ging der erste Flug ab. Die Gebrüder Wright machten ihre ersten Versuche von einem Hügel bei Kill Devil Hill aus. Alles trägt hier den Namen First Flight. First Flight Lions Club, First Flight Tankstelle oder First Flight Orthopäde. In Nags Head gibt es eine schöne Dünenlandschaft. Allerdings ist die ganze Landzunge ein Urlaubsgebiet mit Amüsiermeilen und Fresstempel. Mittlerweile war das Thermometer auf 29° angestiegen. Über die nördliche Brücke fuhren wir rüber nach Manns Harbor. Laut Straßenkarte sollte hier nur Sumpf sein, aber es standen doch einige Häuser hier und einige Feuer im Sound. Ich fuhr über die südliche Brücke zurück nach Bodie Island damit Alex aus dem offenen Autofenster die Feuer draußen im Sund knipsen konnte. Kurz danach parkte mich Alex in Wanchese auf einer illegalen Müllkippe und war nicht mehr gesehen. Am Oregon Inlet standen zig Feuer, die Alex von der Brücke aus fotografieren konnte. Es war nämlich eine Baustelle mit langer Rotphase auf der Brücke. Lang genug für die Feuer draußen im Sound. Langsam näherten wir uns Cape Hatteras über die Landzunge Pea Island. Es war herrlich einsam hier. Kaum Autos, kaum Menschen, keine Häuser, nur Natur. Um 16:30 waren wir am wohl berühmtesten Leuchtturm Amerikas, am Cape Hatteras. Im Ort Hatteras nahmen wir die Fähre nach Ocracoke (www.ncferry.org). Die ist kostenlos und dauert ca. 40 Minuten. Wenn es drüben in Ocracoke keine Hotels gibt fahren wir halt wieder zurück. Drüben legte die Fähre im Nichts an. Man muss die ganze Insel überqueren um in den Ort zu kommen. Hier nahmen wir ein Zimmer im Pony Island Motel für 79$ (www.ponyislandmotel.com). Es war das sauberste Zimmer der ganzen Reise. Gegessen haben wir in Howards Pub (www.howardspub.com), einer gut besuchten Sportbar mit leckeren Burgern.

Mittwoch, 18.04.12 Von Ocracoke bis Morehead City, NC 151 Meilen, 51 Feuer Wir begannen mit dem Leuchtturm Ocracoke. Dann ging es mittels vorgebuchter Fähre an den Feuern vorbei nach Cedar Island. Die Überfahrt dauerte 2 ½ Stunden und kostete 15 $. Danach hatten wir eine 24 km lange Überfahrt zum Atlantic Channel. Wir fuhren durch Marsch, Marsch, Marsch. Auf der Straßenkarte war dort ein riesiges Areal als „Open Grounds“ ausgeschildert. Da war natürlich das Militär. Das nächste Ziel war Harkers Island. Von hier schossen wir den Leuchtturm Lookout, der draußen auf einer Insel steht. Es war mittlerweile richtig heiß geworden. North Carolina gefällt uns ganz gut. Es ist nicht so zugebaut wie Virginia. Außerdem gibt es überall öffentliche Zugänge zum Meer und der National Park am Fort Macon war kostenlos. Das hatten wir auch noch nicht. Wir feuerten in und um Beaufort herum. Hier waren viele Feuer in den Gewässern zwischen Harker‘s Island, Morehead City und Beaufort. Das letzte Feuer für heute lag am entgegen gesetzten Ende von Bogue Island. Hier starteten wir die Zimmersuche. Das war aber schwierig weil die Gegend wieder leer war. In Jacksonville wurden wir fündig. Hier tobte das Leben weil die Marine Corps Base „Camp Lejeune“ hier ansässig war. Wir nahmen ein Zimmer im Liberty Inn für 79$. Das erste Hotel gegen die üblichen Motels, aber es war okay. Bis auf die Klospülung, die einige Macken hatte. Gegessen haben wir in der Buffet-Kette Golden Coral. Für den Festpreis von 14$ haut man sich den Bauch voll.

Donnerstag, 19.04.12 Von Wilmington, NC bis Pawley Island, SC 223 Meilen 23 Feuer In der Nacht hatte es geregnet. Morgens war es diesig bei 17°. Über die 17 führte unsere einstündige Fahrt nach Wilmington durch waldreiches Gebiet. Die noch fehlenden Leuchtfeuer waren schwierig zu kriegen. Überall am nördlichen Teil des Flusses Fear River war Industrie. Auf unserer Irrfahrt kamen wir auch durch die historische Altstadt von Wilmington. Für Europäer ist es hier unspektakulär. Hier fahren hübsche offene Touristenbusse und Busse mit vorgespannten Pferden rum. Eine Stunde Fahrt hatten wir vor uns um zu den Feuern von Little River zu kommen. Das liegt auf der Grenze zu South Carolina. Hier ist eine nette Ferienregion. Weiter ging es nach Cherry Cove Beach. Ab hier ist die Küstenlinie gerader und nicht von Marsch zerfressen. Mittags kam die Sonne wieder raus und bescherte uns angenehme 24°. Die Feuer in Crescent Beach und Windy Hill Beach sollten am Ende von Piers sein. Aber in keinem Ort war überhaupt ein Pier. Das Leuchtfeuerverzeichnis weiß eben nicht alles. Die Touristenmeile zieht sich weiter die Küste runter. Zum Glück ist hier noch keine Saison und wir sind ziemlich alleine. South Carolina scheint Sex gegenüber sehr aufgeschlossen zu sein. Mehrfach sahen wir DVD-Läden für Erwachsene oder Celebration Shops die 24 Stunden geöffnet haben und sich über Pärchenbesuch freuen. Außerdem ist South Carolina wieder ein Staat indem man Feuerwerkskörper kaufen kann. Über Myrtle Beach fuhren wir weiter die Küste runter. Als wir die letzten Feuer von Pawleys Island gefunden und fotografiert hatten, machten wir uns auf den Weg nach Georgetown. Hier hatten wir morgen eine Bootstour in der Winyah Bay vorgebucht. Direkt an der Brücke über die Bay war die Marina, wo morgen früh der Treffpunkt ist. Wir suchten hinter der Brücke nach einem Zimmer. Zuschlag bekam das Carolinian Inn. Es kostete nur 55$. War ein bisschen düster und einfach. Auch die Klospülung muckte rum. Dafür hatten wir ein tolles Haustier. In einem Tümpel am Ende des Hotelgeländes wohnte ein Alligator. Er drehte dort alleine seine Runden und kam sogar angeschwommen wenn man ihn rief. Wir erkundeten ein wenig die Stadt um für morgen ein Restaurant und Tankstelle, Bank und Mc Donald‘s zu finden.

Freitag, 20.04.12 Von Georgetown bis Charleston, SC 161 Meilen, 50 Feuer Mit Geld und Kaffee standen wir morgens am Landungspier (www.georgetowncharters.com). Matt, unser Kapitän, hatte einen Dialekt den ich gar nicht verstand. Für mich hörte es sich an, als wenn er mit einer heißen Kartoffel im Mund „Rarara“ sagen würde. Außerdem nuschelte er noch. Die erste halbe Stunde war die Fahrt ja noch angenehm. Dann kamen wir dem offenen Meer näher. Jede Welle war ein Schlag in die Magengrube. Dann kam die Steigerung. Mit jeder Welle kam ein Schwapper Wasser ins Boot und in unser Gesicht! Binnen kürzester Zeit war alles durch. Wir waren bis auf die Unterwäsche nass, die Seekarte klebte nass alleine an der Kladde fest und mein Urlaubstagebuch war ein nasser Klumpen. Da nutze kein Handtuch mehr was! Zum Glück war es nicht kalt, sondern 20° bei bedecktem Himmel. Um 11:00 gingen wir nassen Hunde mit 35 fotografierten Leuchtfeuern von Bord. Da morgens die Hotelrezeption noch geschlossen hatte, schoben wir einen Zettel unter der Tür durch dass wir später wieder kommen und den Zimmerschlüssel bringen. Alex nutzte den Schlüssel aus und zog sich im Zimmer um. Nach einem verdienten Frühstück bei Mc Donald‘s (US17 at US17A) fuhren wir um 11:45 weiter Richtung Charleston. Die 30 km bis Mc Cellanville führten uns durchs Nichts. Hier waren Wald und Marsch, sonst nichts! Nach zwei Feuern ging die Reise weiter nach Mount Pleasant, ein Ort kurz vor Charleston. Am Maritimen Museum war alles voll geparkt. Wir erfuhren dass eine Regatta am Wochenende statt fand. Natürlich waren auch die Hotels ausgebucht. Wir klapperten schon mittags alle Motels ab. Im Days Inn fanden wir noch was. 120$ kostete uns der Spaß. Aber wir mussten in Charleston bleiben weil wir morgen wieder eine Bootsfahrt hier auf dem Cooper River bestellt hatten. Beruhigt, mit Unterkunft in der Tasche feuerten wir die historische Innenstadt ab. Die Stadt war wegen der Regatta natürlich voll, aber mein Mann findet ja überall einen Parkplatz. An der Waterfront des Ortes standen wunderschöne Südstaatenvillen. Sehr sehenswert. Alex feuerte in Charleston teilweise mit dem Rad, das 2. Mal auf der Reise. Um 16:45 waren wir am Flughafen um das Aero-Feuer zu knipsen. Und da wir schon mal so weit im Norden waren, schossen wir auch noch die nördlichsten Feuer des Cooper River, damit wir morgen nicht so weit mit dem Boot hoch fahren müssen. Auf dem Weg zurück ins Hotel kehrten wir noch im IHOP ein (1787 N US Hwy 17 Mt Pleasant). IHOP heißt übrigens International House of Pancake.

Samstag, 21.04.12 Vom Cooper River bis Port Royal 151 Meilen, 93 Feuer Unser Hotel lag zum Glück nah an der Bootsrampe in der Nähe der Cooper Brücke. David, unser Bootsführer, wartete schon (www.searatcharters.com). Diesmal schien es eine ruhigere Fahrt zu werden. Die Sonne schien und es war windstill. Außerdem ging die Fahrt ja nicht Richtung offene See, sondern den Flusslauf hinauf. Wir tuckerten vorbei an Kormoranen, Pelikanen und Adlern, die alle auf den Leuchtfeuern saßen. Der Fluss ist sehr weit bis ins Landesinnere befeuert weil da oben noch eine Militärbasis und eine Fabrik sind. Aber ansonsten ist dort nur Marsch und Natur. Ich bewundere die Pioniere, die damals das Land hier kultiviert haben. Eine wunderschöne Fahrt. Mit 76 Feuern beendeten wir die Fahrt um 12:00. Eigentlich könnte man Feierabend machen :-) Die nächsten Feuer waren in Folley Beach, südwestlich von Charleston. Auf dem Weg hatten wir Stau wegen einer Baustelle. Außerdem gingen Gewitterschauer runter. Trotzdem war der Ort Folley Beach voll. Überall Halbnackte, die ein Beachwochenende machen wollten. Die wollten tatsächlich 10$ fürs Parken! Aber mein Mann kann ja auf Briefmarken parken. Wir kamen kostenlos davon. Die nächsten Feuer am Stono River und am kleinen Airport von James Island waren einfach zu erreichen. Nun hatten wir eine 110 km lange Überfahrt nach Beaufort (ja, schon wieder ein Beaufort!!). Hier ist die Einfahrt nach Beaufort über den Coosaw River befeuert. Die Suche gestaltete sich schwierig. Wo Feuer waren, waren keine Straßen oder nur Marsch, oder Wohnanlagen mit Schranke. Wir hangelten uns so durch die Gegend bei bewölkten 28°. Irgendwann beschlossen wir Feierabend zu machen. Wir fanden ein Zimmer im Super 8 in Port Royal für 70$. Hier in der Gegend ist übrigens wieder eine riesige Militärbase. Wir holten uns Essen beim Chinesen. Alex hatte schließlich noch eine Menge Arbeit vor sich. Fast 100 Feuer wollten ordentlich auf den Laptop übertragen und benannt werden. Doch um 22:00 brach er ab und ging schnell ins Bett. Unsere lauten Zimmernachbarn gingen weg. Wer weiß wann die wieder kommen. Also schnell schlafen.

Unser Boot für die Cooper River Fahrt

Sonntag, 22.04.12 Von Port Royal bis Hilton Head Island, SC 127 Meilen, 21 Feuer Es kam anscheinend nur ein Nachbar wieder und der konnte sich schlecht mit sich selber lautstark unterhalten. Also hatten wir doch eine ruhige Nacht. Dafür brach mein Rücken vor Schmerz durch. Wir hatten ein Behindertenzimmer. Man dachte wohl „Ach, ein Querschnittsgelähmter merkt eine weiche Matratze nicht!“ Ich schon!! Alex kümmerte sich noch 2 Stunden um seine Bilder und ich guckte meinen Lieblingssender HGTV Home and Garden TV. Sehr interessant wie hier gebaut oder renoviert wird. Um 10:30 düsten wir bei bewölktem Himmel und 22° los. Wir feuerten Beaufort und Hunting Island fertig, außer dem Leuchtturm von Hunting. Der liegt nämlich in einem State Park und die wollen 10$ Eintritt. Für einen Leuchtturm, von dem wir das Foto eh schon haben, ist das zu viel. Nun hatten wir 77 km Fahrt nach Hilton Head Island vor uns. Auf dem Weg kamen ein paar Gewitterschauer runter. Danach war es furchtbar schwül. Auf der Insel sind wieder viele verschlossene Privatresidenzen. Der ganze südliche Teil der Insel ist kostenpflichtig. 5$ muss man blechen um nach Harbor Town zu kommen (Sea Pines Plantation). Dafür darf man den Reichen beim Golfen, Tennis spielen und Saufen am Hafen zugucken!! Aber die 7 Feuer haben wir bekommen. Wir machten früh Feierabend und nahmen im Hauptort ein Zimmer im Red Roof. War ein bisschen muffig und kostete 71 $. Wir hatten einen Diner im Stil der 50er gesehen und gingen dort lecker aber teuer essen (Hilton Head Dine, 6 Marina Side Dr).

Montag, 23.04.12 Von Hilton Head Isl, SC bis Savannah, GA 182 Meilen 30 Feuer Morgens schien die Sonne, aber es war kalt bei 12°. Solche Temperaturen sind wir gar nicht mehr gewöhnt. Wir versuchten weiter die Hilton Head Island abzufeuern. Aber auf dieser blöden Insel kommt man ja nirgends hin. Man darf in die Wohngebiete nicht rein, nirgends parken, eben nicht leuchtfeuern. Unsere letzte Chance war die Pinckney Island. Die Insel liegt etwas nördlich von Hilton Head und ist National Park. Alex schwang sich aufs Rad und nach 1 ½ Stunden war er mit 10 Feuern zurück. Die geradelte Strecke betrug über 10 km. Unser nächstes Ziel war Savannah. Als wir auf dem Weg den Savannah River überquerten, sahen wir die ersten Hinweisschilder auf Seekühe. Was auch auffällt wenn man von Norden nach Savannah rein fährt, sind die vielen LKWs. Ich habe in ganz Amerika bisher selten so eine Lastwagendichte gesehen. Aber nicht nur per Straße werden die Güter hier transportiert. In Garden City, einem Vorort von Savannah sahen wir einen Containerzug der meilenlang war und langsam vor sich hin schlich. Der Verkehr staut sich total. Zum Glück hatten wir die meisten Feuer schon, denn Captain Peter war schon hier und hat die Feuer vom Schiff aus fotografiert. Es fehlten noch ein paar Feuer auf Tybee Island, einer Ferieninsel in der Savannah River-Mündung. Kniffelig waren die Leuchtfeuer im Wilmington River, südlich von Savannah. Hier war die Villendichte enorm. Um 16:20 starteten wir die 134 km lange Überfahrt nach Brunswick. Auf dem Weg dahin fanden wir an einer Tankstelle ein Hotel-Couponheft. Wir nutzen es direkt in Brunswick und nahmen ein Zimmer im Red Roof für 51$ mit Coupon (25 Tourist Drive). Nach dem Essen im IHOP (5031 New Jessup Highway) merkten wir, dass in unserem Zimmer ein „wabberndes“ Geräusch war. Irgendwas war locker im Luftabzugsschacht des Badezimmers. Das Geräusch vibrierte wie Schallwellen und war sehr unangenehm. Um 23:00, Alex hatte schon probiert seine Kingsize-Matratze auf den Boden zu wuchten, besorgte er uns ein neues, vibrationsfreies Zimmer.

Dienstag, 24.04.12 Von Brunswick bis St. Marys, GA 115 Meilen, 20 Feuer Erst um 9:30 starteten wir mit Kaffee zum ersten Feuer in Brunswick. Und sofort standen wir vor dem geschlossenen Tor einer Powerstation. Wir versuchten es von der anderen Seite. Dort war wieder ein Nobelwohngebiet, aber zum Glück ohne Schranke. Die Feuer östlich von Brunswick liegen in einem Gewusel von Flussläufen. Zum Glück war Captain Theo schon hier und hat die besseren Fotos vom Schiff aus fotografiert. Im Sound vor Jekyll Island waren auch noch 9 Feuer. Jekyll Island kostet auch wieder 5$ Eintritt. Die Insel hat eine autofreie historische Altstadt, die wir mit Auto natürlich nicht gesehen haben. Ansonsten alles wie im übrigen Amerika: langsam Fahren und nicht am Straßenrand parken. Nette Strände gibt es auf der Insel. Dort machte ich 2 Minuten Beachurlaub und dann ging es weiter zum 75 km entfernten St. Marys. Von hier geht eine Bootstour zur Cumberland Island ab (www.nps.gov/cuis). Cumberland ist ein großes Naturschutzgebiet. Wir kauften Tickets für die morgige Fahrt (20$ p. P.) und nahmen bereits um 15:00 ein Zimmer im Cumberland Inn. Auch dieses Hotel hatten wir aus dem Couponheft. Es kostete 67$. Außer den Feuern der Schiffsfahrt gab es bis Jacksonville, FL keine weiteren Feuer. Deshalb die Zwangspause. Wir gingen zu Fuß(!!!!) zur nächsten Mall. Hier waren sehr viele Geschäfte geschlossen. Es ist nicht mehr viel los in St Marys. Vielleicht hat sich die Militärbase verkleinert. Auch an unserem Motel waren nur ein paar Autos.

Mittwoch, 25.04.12 Von Cumberland Island, GA bis Jacksonville FL 118 Meilen 85 Feuer Mit vielen anderen Menschen standen wir um 9:00 am Anleger. Die Leute waren zum Wandern, Baden oder zum Ponys gucken auf dem Weg zur Insel. Die Sonne schien, aber es war etwas kühl. Unterwegs sahen wir nicht nur Delfine, sondern auch einen Rochen, der richtig weit aus dem Wasser sprang. Die Mitreisenden stiegen am 2. Anleger aus und verschwanden im Naturpark. Wir blieben alleine auf dem Boot zurück und erwarteten die wenigen Passagiere, die über Nacht auf der Insel geblieben waren und jetzt zurück reisten. Wir lernten eine Familie aus Tennessee kennen, die auf der Insel am Vorabend auf einer Hochzeit eingeladen waren. Jedem das Seine. Die einen heiraten in einer Hütte im Naturschutzgebiet, umgeben von Ponys, die anderen heiraten auf einem Leuchtturm! Um 11:00 waren wir um 33 Leuchtfeuer reicher, wieder an Land. Nach einer Kaffeepause machten wir uns auf den Weg nach Amelia Island, das erste Ziel in Florida. Am Nordende der Insel ist das Fort Clinch. Es ist ein Nationalpark und kostete natürlich wieder 6 $ Eintritt. Dafür hatten wir aber nicht nur zwei Leuchtfeuer sondern auch einen schönen Strandspaziergang mit Picknick. Der Leuchtturm der Insel liegt versteckt hinter Bäumen. Ein Wunder, wenn die Schiffe den noch sehen können. An der Küste entlang ging es weiter nach Mayport. Das gehört schon zu Jacksonville und hat eine Militärbase. Zum Glück konnte man von gegenüber die Feuer fotografieren. Irgendwelche Helikopter schwirrten über uns. Das machte die Arbeit schwieriger. Aber man kann auch aus dem Autofenster knipsen. Die Einfahrt nach Jacksonville über den St. Johns River ist meiner Meinung nach „überfeuert“. Auf 5 qkm gibt es über 40 Feuer! Kaum sind wir in Florida, ist es auch schon total warm. 28° Vom Hugenot Memorial Park (wieder 3$ Eintritt) bekamen wir einige Feuer vor die Linse. Um 17:30 beschlossen wir ein Hotel zu nehmen. Die ganzen Hotels sind am Highway 95 und 20 km entfernt. Wir entschieden uns für das Quality Inn, wieder eine Wahl aus dem Couponheft. Der Pool sah sehr einladend aus. So nahmen wir ein schönes Bad. Abends holten wir uns beim Chinesen was zu Essen und ließen den Abend mit Grillengezirpe ausklingen.

Donnerstag, 26.04.12 Vom St. John River bis Daytona Beach, FL 189 Meilen, 19 Feuer Um 9:45 starteten wir nach einem guten Hotelfrühstück Richtung Fluss. Die Feuer am St. John River in Jacksonville waren unspektakulär, meist industriell. Je näher wir der Stadt kamen desto öfter halfen uns Bootsrampen, Parks oder das Unigelände um die Feuer zu fotografieren. Überall am Wasser standen Hinweisschilder für die Boote, dass man langsam fahren soll wegen der Seekühe bzw Manatees. Leider haben wir keine gesehen. Dafür aber mengenweise Pelikane, Kormorane, Echsen und eine Wasserschildkröte. Um 14:10 waren wir am Craig Airport, das letzte Feuer hier bei Jacksonville. Nun hatten wir eine 170 km lange Überfahrt nach Daytona vor uns. Über den Highway 95 ging das aber recht schnell. Auf 3-spurigen Highways zu fahren ist als Deutscher, der Verkehrsregeln kennt, sehr anstrengend. LKWs fahren stundenlang auf der linken Spur. Rechtfahrgebot kennen die Amis gar nicht und gleichmäßiges Fahren können die trotz Tempomat nicht. Außerdem nervt es, dass man die Insassen nicht sieht. Man darf in Amerika sogar mit getönter Frontscheibe fahren. Manchmal hat man das Gefühl, dass gar kein Fahrer im Auto sitzt. In Daytona sind wir zuerst zur Rennstrecke. Unser Neffe ist rennbegeistert, da muss man schon ein paar Fotos mitbringen. Anschließend fuhren wir zum Strand, der renntechnisch wohl auch sehr wichtig ist. Aber wir sind ja zum Leuchtfeuern da! Also fuhren wir die schmale Landzunge runter nach Ponce de Leon. Hier steht ein schöner Leuchtturm. Außerdem stellten wir fest, dass hier die Rennstrecke am legendären Strand war und fotografierten erneut. Wir machten Feierabend und quartierten uns im Days Inn in South Daytona ein (3357 South Atlantic Ave). Das Hotel lag direkt am Strand, hatte auch Pool und Hot Tube. Wie gingen sofort schwimmen. Ich war erstaunt wie klar und warm der Atlantik hier war. Wir kennen den Atlantik ja aus Frankreich etwas anders ;-) In einem netten italienischen Restaurant ließen wir den Abend ausklingen (Pagano's Pizzeria, 1945 S Ridgewood Ave).

Freitag, 27.04.12 Von New Smyrna bis St. Lucie Inlet 219 Meilen, 27 Feuer Mir frischem Kaffee und Sprit ging es los nach Smyrna Beach. Das liegt genau gegenüber von Ponce de Leon. Dazwischen sind aber 21 km Fahrt weil man ja aufs Festland und von da wieder auf die nächste vorgelagerte Insel fahren muss. Mit 24° war es zwar nicht soo warm, aber es war windstill und viel Luftfeuchtigkeit in der Luft. Auf der Landzunge Smyrna herrschten wieder amerikanische Verhältnisse, d h ein Park, 5$ Eintritt, eine Coastguard, wo fotografieren verboten war und weggeschlossene Residenzen. Also lieber weiter nach Cape Canaveral. Da kommen bestimmt andere Schwierigkeiten auf uns zu. Die Fahrt war 100 km lang, aber über die leere 95 war das kein Problem. Cape Canaveral war enttäuschend. Die Rampen waren so weit weg, dass man sie kaum mit bloßem Auge sehen konnte. Ein Kreuzfahrtschiff im Hafenbecken dominierte von überall her die Aussicht. Ansonsten ist das Cape genau wie der Rest von Amerika, vielleicht ein paar Palmen mehr, aber sonst… Am Port Canaveral gibt es einen Jetty Park. Für 10$ Eintritt konnten wir 8 Feuer fotografieren. Das nächste Feuer am Sebastian Inlet war auch über einen State Park zu erreichen. Aber 8$ sind zuviel für ein Feuer. Alex fand ein unverschlossenes Tor in einer Sackgasse und knipste heimlich und kostenlos. In Vero Beach gibt es nur ein Luftfahrtfeuer auf dem Flughafengelände. In Fort Pierce standen einige Feuer in der Einfahrt. Danach ging es über die „1“ nach Stewart. Hier nahmen wir ein Zimmer im Best Western (66$), natürlich mit Couponheft und Pool. Gegessen haben wir in einem kleinen Diner (Flashback Diner, 3259 SE Federal Hwy).

Samstag, 28.04.12 Von St Lucie Inlet bis New River, Ft Lauderdale 130 Meilen 30 Feuer Die Sonne war weg! Aber die drückenden 28° waren geblieben. Nach üppigem Frühstück waren wir erst um 9:30 an den Feuern von St Lucie Inlet. Um die drei Feuer besser zu kriegen machte Alex eine Strandwanderung. Aber bei der Luftfeuchtigkeit war das kein Vergnügen. Über die 1 ging die Fahrt ins 44 km entfernte Jupiter, vorbei an hunderten Malls, die immer gleich strukturiert waren und auch aussahen. Auch die vielen Ampeln nervten. Bis mittags blieb die Sonne verschwunden. Gut für uns, denn sonst würden an einem Samstag bei gutem Wetter zu viele Menschen an die Waterfront wollen. Nächstes Ziel war Palm Beach. Das hatte ich mir doller vorgestellt. Ein paar Hochhäuser, Strand und der Rest ist wie immer. Nach dem Luftfahrtfeuer am Airport von Palm Springs fuhren wir 50 km weiter nach Boca Raton. Über den Highway 95 war die fahrt angenehm. In Boca Raton sahen wir Jungs mit Surfbrettern über die Straße laufen. Das hatten wir in anderen Bundesstaaten noch nicht gesehen. Über die A1A fuhren wir in Strandnähe weiter nach Fort Lauderdale. Dummerweise war eine Brücke über die die A1A führte wegen einer Flugshow gesperrt. Überall staute sich der Verkehr. Außerdem kamen wir nicht an die Feuer weil dort die Flugshow war. Na dann Feierabend! Im Travelodge fragten wir an und bekamen ein Zimmer für 63 $. Wir warteten das Verkehrschaos ab und versuchten anschließend von Süden aus an die Feuer zu gelangen. Unterwegs kamen wir durch einen Stadtteil in dem die großen Jachten in den Kanälen vor dem Haus lagen. Nobel, nobel. Vor dem Abendessen mussten wir ganz schön rumkurven. Der Grieche, den wir ausgesucht hatten, hat wohl dicht gemacht. Wir fuhren auf der Suche nach einem anderen Restaurant rum und landeten in einem Ghetto. Wir flüchteten in Richtung City, doch da war tote Hose. Nach Ewigkeiten fanden wir das Lokal New River Pizza and Grill (www.newriverpizzaonline.com). Das war zwar gut, aber eiskalt. Die Klimaanlage war so hoch gedreht dass wir unsere Pullis aus dem Auto holten.

Sonntag, 29.04.12 Von Port Everglades bis Biscayne Bay, FL 73 Meilen, 11 Feuer Es hatte in der Nacht geregnet. Um 7:00 auch, um 8:00 auch. Es regnete Bindfäden und hörte nicht auf. Dabei war es warm bei 25°. Gut geschlafen hatten wir nicht. Neben unserem Zimmer war ein Technikraum aus dem komische Geräusche kamen. Aber länger als bis 8:00 konnten wir nicht schlafen. Neben uns auf dem Gang standen Münzwaschmaschinen. Jemand wusch dort anscheinend seine Bowlingkugeln. Jedenfalls hörte es sich so an. Im strömenden Regen verließen wir um 10:45 das Hotel. Wir holten Kaffee bei Dunkin‘. Mit einem Käffchen lässt sich ein Tropenregen besser ertragen. Wir fuhren zum John Lloyd State Park. Der liegt gegenüber vom Port Everglades, wo auch die Kreuzfahrtschiffe festmachen. Trotz Regen zahlten wir 6$ Eintritt. Wir bekamen nur 2 Feuer. Die restlichen lagen hinter undurchdringlichen Mangroven. Bei Dana Beach plästerte es so doll, dass wir uns ein Zimmer im Hotel Pousada Suites in Hollywood Beach nahmen (2901 N Ocean Dr). Somit waren wir nur 1 ½ Stunden ohne Hotel. Die Butze war sehr schlicht und einfach aber es hatte HGTV und Blick auf den Intra Coastal Waterway. Um 13:30 fuhren wir bei mäßigem Regen zum Airport Opa Locka um das Luftfahrtfeuer zu fotografieren. Alex hatte vorher im Internet gute und schlechte Stadtteile von Miami recherchiert. Opa Locka gehörte zu den Bösen. Aber bei dem Regen werden die bösen Buben bestimmt zu Hause beleiben. Es war wirklich kein Mensch auf der Straße. Nun weiter zum Haulover Inlet. Hier ist eine Verbindung zwischen Atlantik und Biscayne Bay. Bei mal mehr und mal weniger Regen feuerten wir uns Richtung Miami Beach. Um 16:30 fuhren wir zum 20 km entfernten Hotel in Hollywood zurück. In Hollywood Beach war eindeutig noch Vorsaison. Die meisten Lokale hatten noch zu. Wir aßen bei einem griechischen Deli eine leckere Pizza (Georges Market/Deli, 101 N Ocean Dr Ste.133). Zum Glück machte der Regen mal eine Pause dass wir einen Spaziergang über die Promenade machen konnten. Dafür frischte der Wind ganz schön auf.

Montag, 30.04.12 Von Miami bis Miami, FL 47 Meilen, 36 Feuer Alex hatte recherchiert, dass es ein Wassertaxi gibt, was an den Feuern von Port Everglades vorbei nach Fort Lauderdale fährt. Deshalb verließen wir um 11:00 das Hotel und fuhren im strömenden Regen zu Joe‘s Tiki Bar. Hier warteten wir eine Ewigkeit aber kein Wassertaxi kam. Alex rief dort an und erfuhr dass angeblich Militärschiffe im Port Everglades waren und das Taxi deshalb nicht fahren durfte. Nächste Fahrt sollte um 13:00 sein. Wir vergammelten die Zeit mit Kaffee trinken, Rätsel raten und Regen gucken. Als wir kurz davor waren uns zu hauen ;-) gingen wir in einem Souvenirladen shoppen (www.wingsbeachwear.com). Um 12:45 riefen wir wieder beim Wassertaxi an und siehe da - die Fahrt fiel wieder aus. Wir glauben, dass es wegen dem Regen nicht fuhr. Wir wären bestimmt die einzigen Gäste gewesen. Wir beschlossen die 35 km nach Miami Downtown zu fahren um eine Hafenrundfahrt zu machen (Island Queen Cruises). Der Parkplatz am Hafen kostete nur 5$ am Tag. Das fand ich günstig. Der Regen hatte zum Glück nachgelassen und die Tour ging um 14:00 los. Der Spaß kostete 45$ (27$ p.P). Ich war erstaunt, warum so viele Leute auf dem Schiff waren. Wollten die alle unsere Leuchtfeuer bewundern? Nein, die wollten alle die Villen der Schönen und Reichen sehen. Für die anderen Gäste ging die Tour vorbei an Fisher Island und Star Island. Für uns waren es fast 30 Feuer. Wenn ich berühmt wäre, würde es mich total nerven, wenn jede Stunde ein plärrendes Touriboot vorbeischippern würde. Kurz vor Ende der 1 ½ -stündigen Tour fing es wieder an zu regnen. Es folgte ein richtiger Tropenschauer der ganz Miami unter Wasser setzte. Als wir pitschnass im Auto saßen war der Schauer vorbei und wir konnten die Feuer am Mariott Hotel fotografieren. In Flughafennähe wollten wir uns ein Zimmer nehmen. Leider hatten wir auf dem Weg dorthin viel Stau. Das Quality Inn aus dem Couponheft war voll. Im Days Inn bekamen wir aber noch was. Wir bestellten das Essen von einem Flyer, der im Zimmer lag. Es sollte kubanisch sein, aber naja…

Dienstag, 01.05.12 Von Port Everglades bis Key Biscayne 105 Meilen, 59 Feuer Um 9:30 starteten wir den 3. Versuch mit dem Wassertaxi (watertaxi.com) durch den Port Everglades zu fahren. Es hatte aufgehört zu regnen aber die dunklen Wolken hingen noch am Himmel. Wir standen wieder bei Joe‘s Tiki Bar und siehe da, das Taxi kam. Über den Intracoastal Waterway fuhren wir vorbei an unserem Hotel Pousada zum Port Everglades. Hier sahen wir wieder die Mangroven, die von Land aus undurchdringlich waren. Weiter ging es bis nach Fort Lauderdale. Am Anleger dort liegt die Jacht von Steven Spielberg. Es soll angeblich die größte Jacht der Welt sein. Auf dem Rückweg sahen wir einen Schwan. Wir beachteten ihn gar nicht, aber für die Amerikaner hier in South-Florida war er eine Sensation. Nach der Fahrt fuhren wir wieder nach Downtown Miami um die anderen Feuer an der Biscayne Bay zu knipsen. Die Parksituation in Miami ist übrigens besser als in anderen amerikanischen Großstädten. Man kann illegal überall ein paar Minuten halten, zum Beispiel im Wendehammer. Wir fuhren über die Brücke rüber nach Key Biscayne und feuerten so vor uns hin. Die Feuer drüben auf Fisher Island bekamen wir natürlich wieder von einem Statepark aus (5$). Auf dem Parkplatz am Jachthafen von Key Biscayne liefen grüne Leguane rum. Toll solche Reptilien in freier Wildbahn zu sehen. Das Wetter war wieder besser. Die Sonne war wieder da, aber die Luftfeuchtigkeit war unerträglich. Am südlichen Ende der Insel, am Cape Florida steht ein hübscher Leuchtturm. Ich muss ja nicht extra erwähnen dass dort wieder Eintritt im Nationalpark fällig war (8$). Aber von hier aus sah man noch einige Feuer draußen in der Bay. Deshalb lohnte sich der Eintritt. In Florida City, 30 km südlich hatte Alex sich ein Hotel ausgesucht. Leider war auf dem Weg dahin sehr viel Stau. Um 18:00 waren wir am Travelodge angekommen. Direkt neben dem Hotel war ein Dunkin‘. So saßen wir mit Kaffee vor unserem Motelzimmer. Wir nahmen noch ein Bad im Pool. Abends aßen wir bei Dennys Diner. An der Tankstelle nebenan gibt es übrigens die Hotelcouponhefte. Gut zu wissen fürs nächste Jahr.

Mittwoch, 02.05.12 Von Florida City bis Miami Airport 67 Meilen, 1 Feuer Das große Packen begann! Das ist immer das Schlimmste an der Abreise. Alles was man in 3 Wochen irgendwo ins Auto geschmissen hat, muss jetzt in die Koffer. Zwischendurch stärkten wir uns mit Frühstück und stellten fest, dass eine deutsche Reisegruppe im Hotel war. Auch Holländer und Franzosen waren da. Hier in Florida City ist wohl die letzte preiswerte Übernachtung vor den Florida Keys. Um 10:30 düsten wir los zum Flughafen. Es war furchtbar warm und schwül. Da freut man sich richtig auf die 14° zu Hause in Deutschland. Dabei da liegen ja noch 9 Stunden Flug dazwischen. Weil wir noch so viel Zeit bis zum Abflug hatten fuhren wir die 41 schnurgerade in die Everglades. Da ist man wirklich im Nichts. Auch ein Indianerreservat gibt es dort. Zu merken an dem Casino mitten im Sumpf. Am Flughafen fährt man sich einen Wolf um den Mietwagen zurück zu bringen. Von der Rückgabe aus geht es mit dem Skytrain zum Flughafengebäude. Aus der Bahn heraus fotografierte Alex das letzte Feuer der Reise, das Luftfahrtfeuer vom Airport Miami. Der Check in hatte schon sehr früh auf. Wir entledigten uns der Koffer und vergammelten die Zeit bis 15:55. Fazit der Reise: Wir mögen Amerika immer noch nicht. Landschaft und Tiere sind zwar interessant, aber die ewig gleiche Infrastruktur geht uns auf die Nerven. Auch diese aufgesetzte Freundlichkeit der Amis geht uns gegen den Strich. Bestes Beispiel für die Oberflächlichkeit: Am Flughafen fragte eine Amerikanerin überfreundlich ob der Platz neben mir noch frei wäre. Ich antwortete mit „Nein, er ist besetzt“ Worauf die Dame aber schon saß! Die hören einfach nicht zu!'